CDU-Politiker Spahn: "Jeder hat im Alter das, was es zum Leben braucht – mindestens"

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JENS SPAHN
CDU-Politiker Spahn: "Jeder hat im Alter das, was es zum leben braucht – mindestens" | Bloomberg via Getty Images
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  • CDU-Politiker Spahn kritisiert im ARD-Interview den Gerechtigkeitswahlkampf der SPD
  • Er glaubt: "Jeder hat im Alter das, was er zum Leben braucht"
  • SPD-Politikerin Hagl-Kehl kontert Spahn im Gespräch mit der HuffPost

Deutschland diskutiert über Ungerechtigkeit. Über das Wegbrechen der Renten. Und über Altersarmut.

Besonders SPD-Kanzlerkandidat Schulz betont im Wahlkampf immer wieder, Deutschland – so gut es ihm wirtschaftlich gehe –müsse gerechter werden.

Die Union kritisiert die alarmierenden Töne der SPD derweil scharf. "Jeder hat im Alter das, was er zum Leben braucht – mindestens“, erklärte CDU-Politiker Jens Spahn, Staatssekretär im Finanzministerium, am Montag im ARD-Interview.

Dafür sorge die Grundsicherung im Alter. "Ich verstehe nicht, warum diese Leistung, die es nicht in vielen Ländern auf der Welt gibt – (...) warum wir das nicht stärker nach vorne stellen, auch positiv“, sagte Spahn. Das müsse auch die SPD begreifen, findet der CDU-Politiker.

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SPD-Politikerin Hagl-Kehl: "Das ist ein starkes Stück!"

Die SPD-Politikerin Rita Hagl-Kehl teilte bei Twitter einen Videoausschnitt des Interviews. Sie nannte Spahns Aussagen einen "unglaublichen Kommentar“.

Der HuffPost sagte die Bundestagsabgeordnete: "Altersarmut als Problem zu leugnen und damit auch die schwierigen Umstände, unter denen viele Rentner in Deutschland leben müssen, ist schon ein starkes Stück.“

Grundsicherung sei eine Sozialleistung, erklärte Hagl-Kehl. Wer sie beantragen muss, müsse Dinge wie das Einkommen der Kinder offenlegen. "Das halte ich für alte Menschen, die oft ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, für entwürdigend und deshalb brauchen wir gute Renten, von denen man im Alter leben kann, und nicht nur Almosen“, kritisierte die SPD-Politikerin.

Ein Twitter-Nutzer kommentierte Spahns Aussage wütend: "Als CDU-Wähler bin ich über diese Aussage entsetzt. Herr Spahn zeigt wieder seine unsoziale Arbeitgeberseite!"

Neue Studie belegt das Armutsrisiko

Eine neue Studie der Bertelmanns-Stiftung zeigt: Insbesondere alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose sind bis zum Jahr 2036 von Altersarmut bedroht.

Insgesamt steigt die Armutsrisikoquote in der Altersgruppe der dann 67-Jährigen in den kommenden Jahren von heute 16 auf 20 Prozent an.

Als Ursache für die wachsende Altersarmut sehen die Studien-Autoren zwei Gründe: Die Zunahme von Unterbrechungen im Arbeitsleben und unsichere Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor.

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(jg)


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