Ekelfunde in Bäckereien: Schaben und Kot im Brot - und Verbraucher erfahren nichts

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Kontrolleure entdecken Schaben und Kot im Brot - und die Verbraucher erfahren gar nichts | dpa
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  • Verbraucher erfahren oft nichts von hygienischen Missständen in Lebensmittelfirmen
  • Dabei hätten sie gesetzlichen Anspruch auf die Information
  • Eine Stichprobe in Großbäckereien zeigt Ekelerregendes

In großen deutschen Firmen, die Lebensmittel produzieren, geht es extrem eklig zu. Nur erfährt der Verbraucher nichts davon.

Das berichten die "Süddeutsche Zeitung", das ARD-Magazin "Report Mainz" und die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Schimmel, Mäusekot, Mäuseurin, Metall im Brot

Foodwatch hat sich die Kontrollunterlagen von acht bayerischen Großbäckereien erstritten. Und bei allen acht Firmen gab es massive Probleme. Die Verbraucher sollen "selbst über eingebackene Schaben, Metallspäne und Kot, aber auch Schimmel und Dreck in den Backstuben nicht informiert" worden sein.

Eine Großbäckerei musste dem Bericht nach 15.000 Euro Bußgeld zahlen, ein Betriebsteil wurde stillgelegt - nur die Öffentlichkeit erfuhr nichts.

Eine der betroffenen Bäckereien ist Ihle. In einer Stellungnahme teilte Geschäftsführer Willi-Peter Ihle der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch mit: "Es hat in der Vergangenheit Fehler bei uns gegeben. Ich möchte mich dafür bei unseren Kunden entschuldigen." Die Bäckerei habe Produktionshallen saniert und das Reinigungspersonal zahlenmäßig fast verdoppelt.

Streit ums Gesetz

"Lebensmittelkontrollen werden aus Steuergeldern finanziert, der Steuerzahler erfährt aber nicht, was dabei herauskommt“, sagt Foodwatch-Experte Johannes Heeg.

Seit 2012 ist im Lebensmittelgesetz verankert, dass die Behörden die Namen von Firmen, in denen unhygienische Zustände herrschen, veröffentlichen müssen. Und zwar dann, wenn das Bußgeld 350 Euro oder mehr beträgt. Doch genau das passiert dem Bericht nach oft nicht.

Auch 2013 hatten Journalisten eines ARD-Magazins unhaltbare Zustände in Großbäckereien aufgedeckt - nicht die Behörden.

Das Problem: Einige Verwaltungsgerichte der Länder halten das Gesetz für nicht okay. Niedersachsen lässt es derzeit beim Bundesverfassungsgericht prüfen.

Foodwatch sammelt deshalb Unterschriften: Die Verbraucherschützer wollen erreichen, dass die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen mit Smileys direkt am Geschäft oder am Restaurant öffentlich gemacht werden müssen.

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(poc)

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