CDU-Mann Ralph Freund versucht bei "Hart aber Fair", die Deutschen für Donald Trump zu gewinnen

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HART ABER FAIR
Ralph Freund versuchte bei "Hart aber Fair", Donald Trump den Deutschen zu erklären. | ARD
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  • Bei "Hart aber Fair" hat Ralph Freund versucht, den US-Präsidenten Donald Trump zu verteidigen
  • Für den Vize-Chef der Republikaner in Deutschland ist Trumps Politik im Grunde richtig
  • Freunds Auftritt gipfelte in einem echten Fremdschäm-Moment

Er kam, um den Deutschen einen der unbeliebtesten Politiker der vergangenen Jahre zu erklären: Ralph Freund versuchte bei "Hart aber Fair" zu zeigen, warum er ausgerechnet Donald Trump unterstützt.

Der Vize-Chef der Republikaner in Deutschland kämpft seit Wochen einen einsamen Kampf, wenn er durch deutsche Talkshows tourt, um für den US-Präsidenten und selbsterklärten "Pussy-Grabber" einzustehen.

"Republikanische Präsidenten waren in Europa nie hoch im Kurs" sagte Freund in der Sendung. Der neue US-Präsident verstehe es einfach, die Sorgen der Amerikaner offen zu formulieren, statt sie ins Hinterzimmer zu nehmen. In der Europäischen Union irritiere das.

Dann versuchte er, Trump als Staatsmann hinzustellen. Man müsse bei Trump jeweils "zwischen der Politik und dem Sozialverhalten differenzieren", riet er den Deutschen.

Und vergaß so elegant, dass der Präsident den US-Amerikanern immer auch ein Vorbild sein muss.

Denn wenn selbst der wahrscheinlich mächtigste Mann der Welt mit seinem Gebaren zeigt, wie wenig er für den Schutz von Minderheiten, für die Gleichstellung der Geschlechter und gar für Freundlichkeit gegenüber anderen Staatsführern - Stichwort Schubser am Nato-Gipfel in Brüssel - übrig hat: Warum soll sich dann der Durchschnittsamerikaner mit diesen Dingen abmühen?

Richtige Entscheidungen trotz "unkonventionellem" Verhalten

Ralph Freund wollte in der Sendung Verständnis für Trumps Verhalten signalisieren. Dieses sei "manchmal befremdlich" und "unkonventionell". Trumps politische Entscheidungen seien aber richtig, sagte Freund, der Mitglied der CDU ist.

Warum es richtig sein soll, Millionen von US-Amerikanern ihrer Krankenversicherung zu berauben und aus dem Klimavertrag von Paris, den fast alle Länder der Welt unterzeichnet haben, auszusteigen, zu diesen Fragen blieb Freund in der Sendung allerdings Antworten schuldig.

Fremdschäm-Moment, als es um Trumps Kabinett geht

Moderator Plasberger spielte eine Videosequenz ein, in der Trumps Kabinettsmitglieder ihren Chef in den höchsten - und absolut peinlichen - Tönen lobten. Plasberger fand die Szene klar zum Fremdschämen.

Nicht so Trump-Verteidiger Freund. Der fand den schleimigen Auftritt der Kabinettsmitglieder überhaupt nicht peinlich. "Sie sind voller Tatendrang. Und das haben sie zum Ausdruck gebracht", sagte er - sehr zum Unverständnis der anwesenden Gäste. Die Unternehmensberaterin Sandra Navidi kommentierte, mit einigem Sarkasmus: "Ja, das ist völlig normal. Wenn man sich in Nordkorea befindet."

Freund hielt dagegen, dass die Amerikaner schlicht "besonders stolz" seien auf ihre Nation. Und vergaß, dass "die Amerikaner" auch weltweit dafür bekannt, ja, fast berüchtigt sind, dass sie schonungslose Kritik äußern können. Gerade, wenn es um wichtige Entscheide geht.

Und dann wies Freund auf etwas hin, das allen Trump-Gegnern erneut die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben dürfte: Alle republikanischen Präsidenten mit Ausnahme des älteren Bush seien wiedergewählt worden.

Liegt Freund zumindest in diesem Punkt richtig, werden die dunklen Wolken über dem Weißen Haus so schnell nicht verziehen.

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(jg)

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