Europol-Chef Wainwright mahnt vor weiteren Terroranschlägen in Europa

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ROB WAINWRIGHT
Rob Wainwright von Europol sieht vorerst kein Ende des Terrors in Europa. | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Rob Wainwright, Chef der Polizeibehörde Europol, warnt vor einer Terrorwelle in Europa
  • Teile der "islamistischen Gemeinschaft" hätten sich stark radikalisiert
  • Der Brite forderte schlagkräftigere Anti-Terror-Einsatzkräfte für die Staaten Europas

Rob Wainwright, Chef der europäischen Polizeibehörde Europol, befürchtet weitere Terroranschläge in Europa. "Die Terrorgefahr in Europa ist die höchste, die wir seit einer Generation hatten, die höchste der vergangenen 20 Jahre", sagte Wainwright der "Neuen Osnabrücker Zeitung" in einem Interview.

Allein im vergangenen Jahr seien 718 Menschen wegen Verbindungen zu Dschihadisten festgenommen worden. "Das war ein extremer Anstieg und zeigt, wie sehr sich Teile der islamistischen Gemeinschaft radikalisiert haben."

Dabei sei der Höhepunkt der Terrorwelle wohl noch nicht erreicht. Die Terrorgefahr "steigt auch noch, darauf haben wir Hinweise", betonte der Brite.

Schlagkräftige Anti-Terror-Einsatzkräfte sollen nächstes "Bataclan" verhindern

Als Antwort auf die Gewalt fordert Wainwright schnelle Anti-Terrorkräfte in jedem europäischen Land. "Das gewalttätige Szenario des Bataclan-Anschlags in Paris hat gezeigt, dass wir fähige und gut ausgerüstete Anti-Terror-Einsatzkräfte brauchen."

Doch bedeute das nicht, dass jeder Streifenpolizist auf der Straße ein Maschinengewehr dabei haben müsse. "Dann würden wir die Werte, auf denen Europa baut, in Frage stellen“, sagte der Europol-Direktor der "NOZ".

Wainwright forderte zudem bessere Online-Überwachungsmöglichkeiten für Fahnder. "Weil Kommunikationskanäle ins Internet abgewandert sind, hat die Polizei einen großen Teil ihrer Möglichkeiten, Terroristen zu überwachen, verloren. Das muss sich ändern.“

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(jg)

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