Trump-Schwiegersohn bekam einen Kredit der Deutschen Bank - der könnte neues Licht in die Russland-Ermittlungen bringen

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JARED KUSHNER
Trump-Schwiegersohn Jared Kushner bekam kurz vor der Wahl einen Millionenkredit von der Deutschen Bank - der könnte neues Licht in die Russland-Ermittlungen bringen | Jonathan Ernst / Reuters
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  • Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hat einen Monat vor der Präsidentschaftswahl einen Millionenkredit der Deutschen Bank erhalten
  • Die Beziehungen des Trump-Clans zum größten deutschen Finanzinstitut sind schon lange ein Thema
  • Die Russland-Ermittlungen könnten durch die Enthüllungen neuen Aufwind bekommen

Die Trumps und die Deutsche Bank - die Beziehungen des US-Präsidenten und seiner Familie zum größten deutschen Geldinstitut sind immer wieder Thema. Und nicht nur Donald Trump hat Schulden bei der Bank. Auch sein Schwiegersohn Jared Kushner, der Mann von Trumps Tochter Ivanka, steht bei dem Geldhaus ordentlich in der Kreide.

Einen Monat vor dem Wahltag bekam Kushners Immobilienunternehmen einen Kredit über 285 Millionen Dollar. Das Geld war Teil eines Refinanzierungspakets für ein Gebäude nahe des Times Square in New York. Der Deal zahlte sich für Kushner aus: Sein Unternehmen bekam 74 Millionen Dollar mehr, als er für das Gebäude bezahlt hatte. Das berichtet die “Washington Post”.

Kushner spielte eine Schlüsselrolle im Wahlkampf seines Schwiegervaters. Mittlerweile ist der 36-Jährige als Berater auch offiziell Teil des Präsidentenstabes.

Trump bürgt persönlich für die Kredite, die seine Unternehmen erhielten


Auch Trump selbst schuldet der Deutschen Bank offenbar Hunderte Millionen Dollar. Laut dem US-Finanzdienst “Bloomberg” handelt es sich um rund 370 Millionen Dollar, die sich der Präsident für die Finanzierung mehrerer Gebäuden ausgeliehen hat.

Das Prekäre: Trump bürgte für die Kredite, die seine Unternehmen bekamen, persönlich mit seinem Besitz und Vermögen. So konnte er besonders günstige Konditionen bei dem Finanzinstitut herausschlagen - im Klartext: günstigere Zinsen.

Vielfach wurde darüber spekuliert, dass die Geschäfte der Deutschen Bank mit Trump zu Interessenskonflikten führen könnten. Die Befürchtungen: Das deutsche Kreditinstitut könnte in den Genuss einer Vorzugsbehandlung durch die USA kommen.

Deutsche Bank im Fokus des US-Justizministeriums

Zusätzliche Brisanz bekommt die Geschichte, weil das US-Justizministerium gegen die Deutsche Bank ermittelt. Es geht um Aktiengeschäfte reicher Kunden der Bank in Russland und um umstrittene Deals mit verbrieften Immobilienkrediten. Insgesamt geht es um eine Summe von zehn Milliarden Dollar.

Der Rechtsstreit sorgt für eine absurde Situation: Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Ermittlungen in Auftrag gegeben - und der nachfolgenden Regierung übergeben, weil sie noch nicht abgeschlossen waren. Jetzt berichten die Ermittler an Trump - der wiederum bekanntlich Geschäfte mit der beklagten Deutschen Bank macht.

Und auch Kushner wird von der US-Justiz unter die Lupe genommen - wegen eines möglichen Einflusses von Russland auf die US-Wahl. Kushner hatte sich im Dezember sowohl mit dem russischen Botschafter Sergej Kislyak als auch dem russischen Banker Sergej Gorkov, Vorstand der russischen Bank Vnesheconombank, getroffen.

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Demokraten fordern Deutsche Bank auf, Beziehungen offenzulegen


Auch die Demokraten in den USA finden die Beziehungen des Trump-Clans zur größten deutschen Bank verdächtig. Ende Mai forderten sie das Geldinstitut auf zu veröffentlichen, was es in einer internen Untersuchung über Trumps etwaige Vorteile aus den nicht rechtmäßigen Deals der Russen herausgefunden habe. Die Bank weigerte sich.

Die Demokraten glauben offenbar, dass die Deutsche Bank eine solche Untersuchung auch von Kushner durchgeführt hat. Laut der Partei ist es wichtig, mehr über die Kredite der Bank an Trump und dessen Familie zu erfahren - allein schon um herauszufinden, ob die in irgendeiner Weise mit Russland verbunden sind.

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(sk)

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