CDU-Politiker schäumen wegen Schulz' Attacke auf Merkel - nur die Kanzlerin bleibt cool

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MARTIN SCHULZ
German Chancellor candidate Martin Schulz of the Social Democratic party (SPD) delivers his speech at the party convention in Dortmund, Germany, June 25, 2017. REUTERS/Wolfgang Rattay | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Führende Unionspolitiker reagieren erbost auf die Verbalattacke Martin Schulz' auf Kanzlerin Merkel
  • Sie werfen dem SPD-Kanzlerkandidaten schlechte Nerven und eine Entgleisung vor
  • Merkel selbst dagegen reagiert gelassen

Die Verbal-Attacke von SPD-Chef Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bringt die Noch-Koalitionspartner zusehends gegeneinander auf. Führende Unionspolitiker reagierten am Montag empört auf den Vorwurf von Schulz, Merkel verweigere sich inhaltlichen Festlegungen und gefährde damit die Demokratie.

Die Kanzlerin selbst reagierte dagegen gelassen: "Schwamm drüber, würde ich sagen", sagte sie am Abend bei einer Veranstaltung in Berlin.

Klöckner: "Wortwahl haben wir bei Terroristen genutzt"

CSU-Chef Horst Seehofer kritisierte, Schulz habe mit seiner Kritik an Merkel wohl schon jetzt "die Nerven verloren".

CDU-Vize Armin Laschet sagte, der SPD-Chef solle seine "billige Attacke" zurücknehmen. Die Kanzlerin sei ganz sicher keine Gefahr für die Demokratie, sagte auch CDU-Vize Thomas Strobl.

CDU-Bundesvize Julia Klöckner mahnte: "Diese Wortwahl haben wir bei Terroristen genutzt bisher."

Regierungssprecher Seibert widerspricht Schulz

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte beim Parteitag am Sonntag in Dortmund gesagt, Merkel und die Union drückten sich vor inhaltlichen Aussagen und nähmen damit eine geringere Wahlbeteiligung in Kauf. "Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber widersprach entschieden. "Wir wollen mobilisieren", sagte er nach der Vorstandssitzung. Dies hätten die jüngsten Landtagswahlen gezeigt, bei denen die CDU Nichtwähler habe motivieren können.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Es ist offensichtlich, dass für die Bundesregierung klar ist, dass wir alle zusammen für die Demokratie arbeiten."

Oppermann: "Wahlkampf ist kein Werfen von Wattebäuschen"

Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi sprach in der "Welt" von einer "Entgleisung" von Schulz.

SPD-Vize Ralf Stegner und SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann verteidigten Schulz dagegen. Dieser habe mit seiner Kritik an Merkel einen "wunden Punkt" getroffen, sagte Stegner.

Oppermann sagte in der ARD: "Wahlkampf ist nicht das Hin- und Herwerfen von Wattebäuschen, sondern da muss man auch mal konkret werden. Ich finde, das ist in diesem Fall gelungen."

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(poc)

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