"Wir haben eine Krisensituation": Mit einer unpopulären Maßnahme will Bayern gegen den Lehrermangel vorgehen

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TEACHER GERMANY
In vielen Regionen Deutschlands gibt es nicht genügend Lehrer. | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • In Bayern fehlen zahlreiche Lehrer
  • Jetzt will das Kultusministerium Frühpensionen vorerst aussetzen
  • Teilzeit arbeitende Pädagogen sollen zudem zu mehr Wochenstunden gezwungen werden

In Bayern fehlt es an Lehrern. Im Frühjahr 2017 war die Situation an einigen der Grund- und Mittelschulen so dramatisch, dass der Bayerische Lehrerverband mehrmals Alarm schlug. Nun greift das Kultusministerium zu drastischen Mitteln: Anträge auf Frühpension für den Februar 2018 sollen nicht mehr genehmigt werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Lehrer mit dem Wunsch, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, müssen bis zum Schuljahresende warten. Aus dem Ministerium hieß es, eine endgültige Lösung werde derzeit noch abgestimmt.

Aber von der Sperre wären einzig behinderte oder dienstunfähige Pädagogen ausgenommen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Auch kein Auslandsschuldienst mehr

Nicht nur ältere Lehrer sind betroffen. Im kommenden Schuljahr sollen auch keine Anträge für den Auslandsschuldienst oder Beurlaubungen genehmigt werden.

Und auch die Lehrer in Teilzeit trifft es: In Zukunft müssen sie mindestens 21 Stunden pro Woche unterrichten. Ausnahmen gibt es einzig bei familiären Gründen, die ein solches Wochenpensum nicht möglich machen.

Die Situation in Bayern ist sehr angespannt. Im kommenden Februar werden mehrere hundert Lehrer in Pension gehen. Es gebe aber niemanden, der für sie übernehmen könnte, berichtet die "SZ".

Erst in einem Jahr kommen wieder Lehrer aus der Ausbildung

Zudem sind zwar zahlreiche Menschen in der Ausbildung zum Lehrer. Aber erst im Sommer 2018 werden wieder Pädagogen mit der Ausbildung fertig und können in den Beruf eintreten.

"Wir haben eine Krisensituation, und die verlangt nach Notmaßnahmen", sagte Lehrerverbandspräsidentin Simone Fleischmann zur "Süddeutschen Zeitung". Doch die Krise dürfe nicht allein auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen werden. Fleischmann forderte deshalb: "Das Ministerium muss überlegen, was sozial verträglich ist."

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(jg)

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