Ein Bericht der Europäischen Kommission zeigt, wie schlimm es wirklich um Griechenland steht

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GRIECHENLAND
Ein Bericht der Europäischen Kommission zeigt, wie schlimm es wirklich um Griechenland steht | Getty
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  • Die Schuldenkrise in Griechenland hält die Europäische Union weiterhin auf Trab
  • Nun zeigt ein Bericht der Europäischen Kommission, wie skeptisch Brüssel ist
  • Selbst laut den optimistischsten Prognosen würde das Land zu viel Schulden machen

Die griechische Schuldenkrise gleicht einem antiken Drama. Mitte Juni konnten die Griechen jubeln: frisches Geld, rund 8,5 Milliarden Euro aus dem Eurorettungsschirm ESM.

Athen hatte dafür nochmals harte Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht. "Griechenland hat seine Verpflichtungen erfüllt und die geforderten Reformen beschlossen", erklärte Präsident Prokopis Pavlopoulos. Und auch die Gläubiger waren mit den Reformen zufrieden.

Doch kaum zwei Wochen später dürften die Griechen wieder resignieren. Denn ein Bericht der Europäischen Kommission offenbart die Zweifel Brüssels hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit Griechenlands.

Das Dokument ist eine aktualisierte Analyse, die von vier möglichen Szenarien ausgeht. Sie zeigt jedoch hohe Schulden- und einen großen Bedarf an Bruttofinanzierungen, die auf "ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der griechischen Staatsverschuldung" hindeuten.

Selbst das optimistischste Szenario offenbart eine hohe Schuldenquote

Die unabhängigen griechischen Analysten von Macropolis haben die Ergebnisse zusammengefasst:

Alle Szenarien der EU-Kommission gehen davon aus, dass die Rücklagen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro in diesem und im nächsten Jahr aufgebraucht werden. Daneben umfassen die gesamten Auslagen für das Rettungsprogramm 58,6 Milliarden Euro, hinzu kommen kurzfristige Maßnahmen zum Schuldenerlass. Die Lage ist also mehr als düster.

Die vier Szenarien unterscheiden sich dennoch erheblich. So geht das optimistischste Szenario davon aus, dass Griechenlands Wirtschaft bis 2060 um durchschnittlich 3,5 Prozent wachsen wird. Damit würde die Schuldenquote, die das Verhältnis zwischen den Staatsschulden und dem Bruttoinlandsprodukt eines Staates beschreibt, am Ende bei 75,4 Prozent liegen. Wohlgemerkt: Die EU hat die Quote für alle Mitgliedsstaaten auf 60 Prozent festgelegt. Zudem darf die jährliche Neuverschuldung nicht höher als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.

Das pessimistischste Szenario sagt hingegen eine Schuldenquote von gigantischen 241,4 Prozent vorher. Die anderen beiden Prognosen bewegen sich dazwischen.

Der Bericht der Kommission beinhaltet auch eine Reihe von Risiken, wie Macropolis bemerkt. So ist sich Brüssel unsicher, ob die griechische Regierung ein Wirtschaftswachstum über mehrere Dekaden sicherstellen kann - gerade vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und sinkender Produktivität.

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(jg)

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