So sieht das wohl fahrradfreundlichste Haus der Welt aus

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So sieht das wohl fahradfreundlichste Haus der Welt aus | Ohboy/Facebook
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  • Noch dominieren Autos das Straßenbild in den meisten europäischen Städten
  • Das liegt auch daran, dass Stadtplaner Infrastruktur für Fahrräder keine Priorität einräumen
  • Ein neues Haus im schwedischen Malmö geht deshalb den umgekehrten Weg: Dort ist alles aufs Zweirad ausgerichtet

Die Luft in unseren Städten ist schlecht. Sehr schlecht. Hauptsächlich schuld daran: Autos. Trotzdem orientiert sich die Architektur in den Städten immer noch hauptsächlich an Autos. Ob Parkplätze oder Straßen: Fahrräder spielen bei den Überlegungen noch immer eine untergeordnete Rolle.

Auch bei Mietshäusern sieht es nicht viel besser aus. Während (Tief-)Garagen für Autos bei Neubauten fast Standard sind, sieht es mit Stellplätzen für Drahtesel in der Regel mau aus.

Anders ist das im wohl fahrradfreundlichsten Haus der Welt, dem Ohboy im schwedischen Malmö.

Mit dem Rad von der Straße in die Wohnung

Dort ist nicht nur für den Parkplatz fürs Rad gesorgt. Der extra große Aufzug bietet sogar Platz für Lastenräder, dank einer Chipkarte öffnen sich alle Türen bis zur Wohnungstür automatisch.

So können Bewohner direkt in ihre Wohnungen radeln - und das Fahrrad an den in jedem Apartment angebrachten Haken aufhängen. Oder sie stellen ihr Rad direkt vor der Haustür auf Parkflächen in den Laubengängen ab.

Doch das ist nicht alles: Im Keller des Hauses stehen allen Bewohnern Lastenfahrräder zur Verfügung - sogar drei verschiedene Modelle. Eines zum Transportieren von Einkäufen, eines, mit dem man eine Person transportieren kann - als Fahrrad-Taxi quasi - und eines, in dem bis zu sechs Kinder Platz finden.

Jede Wohnung ist vermietet

Außerdem gibt es für die Mieter besonders günstige Konditionen fürs Carsharing und ein 80-Euro-Jahresguthaben für Bus und Bahn. Neben normalen Briefkästen gibt es auch Paketboxen - damit die Bewohner auch für das Abholen ihrer Päckchen kein Auto brauchen.

Entworfen hat Ohboy das deutsch-schwedische Architekturbüro Hauschild + Siegel. Die Miete, in der alles außer das Carsharing enthalten ist, soll sich laut Angaben der Architekten im normalen Bereich von Neubauwohnungen bewegen.

Kein Wunder: Seit Ende Februar seien alle Wohnungen vermietet.

Das Ohboy hat auch ein Hotel

Wer jetzt neidisch auf die Malmöer ist: Jeder kann für ein paar Tage im Ohboy wohnen. Denn im oberen Teil des Hauses haben die Architekten ein Lofthotel eingerichtet, in dem nun jeder Besucher der Stadt ein Zimmer buchen kann.

Im Hotelpreis enthalten: ein modernes Klapprad, mit dem Touristen sich die Stadt anschauen können. Und das ganz ohne die Luft in der südschwedischen Stadt zu verpesten.

Mehr zum Thema: Die Autobahnen der Zukunft: Mit einem neuen Gesetz will die Regierung das Radfahren fördern

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(mf)

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