Studie zeigt: Terrorbedrohung in den USA ist durch Rechtsradikale akuter als durch Islamisten

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Studie zeigt: Terrorbedrohung in den USA ist durch Rechtsradikale akuter als durch Islamisten | Getty
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  • Ein neuer Bericht bezeichnet Trumps Fixierung auf islamistischen Terror als "irrational"
  • Doppelt so viele Rechtsextremisten wie islamistisch motivierte Terroristen werden mit Terrorakten in Verbindung gebracht
  • 87 Prozent der islamistischen Anschläge wurden von US-BĂĽrgern verĂĽbt

Ein aktueller Bericht, der sich mit terroristischen Vorfällen in den USA befasst, bezeichnet die Fixierung des US-Präsidenten Donald Trump auf radikalen islamistischen Terrorismus als “irrational”.

Der neu erschienene Report des “Nation Institute” in Zusammenarbeit mit dem “Center of Investigative Reporting” analysiert 201 terroristische Vorfälle in den USA von 2008 bis 2016.

Die Resultate sind eindeutig: Etwa doppelt so viele Rechtsextremisten wie islamistisch motivierte Terroristen wurden mit Terrorakten in Verbindung gebracht.

63 Vorfälle islamistischer Natur stehen 115 rechtsradikalen Vorfällen gegenüber

Tatsächlich konnten 63 terroristische Vorfälle “motiviert durch eine theokratisch politische Ideologie unterstützt von Gruppen wie dem Islamischen Staat” islamistischen Terroristen zugeordnet werden. Zu diesen zählen unter anderem die Bomben beim Marathonlauf in Boston und die Schießereien in San Bernadino.

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In der selben Zeitspanne waren Rechtsextremisten für 115 terroristische Vorfälle verantwortlich. Dazu zählt beispielsweise der im Dezember 2015 verübte Mord an drei Menschen in einer Frauenklinik in Colorado, die auch Abtreibungen durchführten.

Terrorbedrohung durch Muslime nicht akuter als durch Rechtsradikale

Insgesamt starben 90 Menschen bei islamistischen Terrorakten, zu denen auch die Massenschießerei gehört, die sich 2009 in Fort Hood, Texas, ereignete.

Bei rechtsextremistischen Anschlägen starben insgesamt 79 Menschen, doch kamen bei 33 Prozent rechtsextremistischer Vorfälle Menschen zu Tode, während bei 13 Prozent der islamistischen Anschläge Menschen starben. Zudem gab es 19 linksradikale Anschläge, bei denen 7 Menschen starben.

Die Terrorbedrohung durch Muslime ist in den USA also nicht akuter als durch rechtsradikale Amerikaner. Doch in seiner Wahlkampagne hatte Trump bewusst die Angst vor einer Bedrohung durch Muslime geschĂĽrt und zu seinen Zwecken genutzt.

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87 Prozent der islamistischen Anschläge wurden von US-Bürgern verübt

Am 27. Januar hatte Trump dann per Dekret erlassen, dass FlĂĽchtlinge aus aller Welt 120 Tage lang nicht in die USA einreisen durften.

Außerdem verhängte er einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus den mehrheitlich muslimischen Ländern Syrien, Iran, Irak, Sudan, Somalia, Libyen und Jemen.

Ziel des Stopps war laut Trump, dass "radikale islamische Terroristen" an der Einreise in die USA gehindert werden.

Wie nun der Bericht enthüllt, sind nicht die neu ins Land gekommenen Flüchtlinge das Problem. Denn tatsächlich waren 87 Prozent der Personen, die in einen islamistischen Anschlag involviert waren, in den USA geboren.

Das Einreiseverbot wurde schlieĂźlich von den US Bundesgerichten als rechtswidrig eingestuft und nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.

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(lira)

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