Medienbericht über G20-Gipfel: Erdogans prügelnde Leibwächter bereiten den Behörden Sorgen

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Medienbericht über G20-Gipfel: Erdogans prügelnde Leibwächter bereiten den Behörden Sorgen | VOA/Twitter
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  • Der Verfassungsschutz befürchtet laut einem Medienbericht, dass es beim G20-Gipfel in Hamburg zu innertürkischen Konflikten und Gewalttaten kommen könnte
  • Gerade auch die Leibwächter von Präsident Erdogan stehen im Fokus der Behörden
  • Die Sicherheitskräfte hatten bei einen Staatsbesuch in den USA Demonstranten verprügelt

Der Verfassungsschutz befürchtet einem Medienbericht zufolge, dass es beim G20-Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli zu einem innertürkischen Konflikt kommen könnte.

Anhänger und Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan könnten aufeinander losgehen, glauben die Verfassungsschützer. Das berichtet die "Welt am Sonntag" ("WamsS") unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Lagebericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BFV) zum G20-Gipfel.

Besonders im Fokus stünden dabei auch die Personenschützer von Präsident Erdogan. Denn die hatten in den USA bei einem Staatsbesuch Demonstranten verprügelt - während Erdogan zusah.

Leibwächter verprügelten in Washington Demonstranten

Mehrere Personen wurden dabei verletzt. Videos zeigten die brutalen Szenen. Die Sicherheitskräfte traten auch auf Menschen ein, die bereits am Boden lagen. US-Politiker kritisierten die Türkei dafür, gegen mehrere Leibwächter wurden Haftbefehle erlassen.

Auf dem G20-Gipfel soll sich das nicht wiederholen. Das Auswärtige Amt habe der Türkei deutlich gemacht, dass Leibwächter nicht nach Deutschland kommen sollten, wenn gegen sie in den USA ein Haftbefehl ausstehe, berichtet die "WamS".

Das Bundeskriminalamt (BKA) habe der türkischen Seite außerdem kürzlich klar gemacht, dass Übergriffe von Sicherheitskräften nicht geduldet würden. "Die ausländischen Kollegen verfügen lediglich über Notwehrrechte", zitiert die "WamS" das BKA.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte gegenüber der Zeitung: "Auf unseren Straßen hat nur die Hamburger Polizei das Sagen – und sonst niemand. Das schließt auch ausländische Sicherheitskräfte ausdrücklich mit ein."

Behörden befürchten "Stellvertreter-Auseinandersetzung"

Aber nicht nur wegen der Leibwächter machen sich die Sicherheitsbehörden Sorgen. Die Anwesenheit türkischer Regierungsvertreter werde zudem das regierungsnahe nationalistisch-türkische Spektrum mobilisieren. "Kurden könnten nationalistische Türken angreifen und umgekehrt", sagte ein Verfassungsschützer der "WamS".

BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen hatte im Frühjahr gesagt, die Konflikte in der Türkei hätten auch Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland. Es bestehe die Gefahr, dass "Stellvertreter-Auseinandersetzungen" zwischen Anhängern der verbotenen Arbeiterpartei, Kurdistans PKK und nationalistischen Türken hierzulande eskalierten.

Hamburg drohe so im Juli zu einem "Tummelplatz" zu werden, auf dem sich Erdogan- und Trump-Gegner, kurdische Gruppierungen sowie Links- und Rechtsextremisten Straßenschlachten liefern könnten, lautet das Fazit im "WamS"-Bericht.

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(ujo)

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