POLITIK
25/06/2017 19:53 CEST | Aktualisiert 26/06/2017 02:09 CEST

ARD-Journalist Deppendorf empört sich über Schulz' Merkel-Attacke - dann eskaliert der Streit

dpa
ARD-Journalist Deppendorf empört sich über Schulz' Merkel-Attacke - dann beharken sich SPD- und CDU-Politiker

  • Beim Parteitag hat SPD-Kanzlerkandidat Schulz Kanzlerin Merkel kritisiert und ihr einen "Anschlag auf die Demokratie" vorgeworfen

  • ARD-Journalist Deppendorf findet, die Worte gehen zu weit

  • Daraufhin beginnt auf Twitter eine hitzige Debatte zwischen SPD- und CDU-Politikern

Der Angriff von Martin Schulz auf die Kanzlerin war hart. So hart wie noch nie. Nun redet die ganze Republik über die Attacke des SPD-Kanzlerkandidaten auf seine Kontrahentin Angela Merkel.

Auf dem SPD-Programmparteitag hatte Schulz CDU und CSU vorgeworfen, sich vor inhaltlichen Aussagen zu drücken und damit in Kauf zu nehmen, dass weniger Bürger zur Wahl gingen.

"Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie", erklärte der SPD-Chef. Den Delegierten und Anhängern gefiel der deftige Kommentar in Richtung Merkel.

Deppendorf: "Merkel kann man auch anders kritisieren!"

"Ein solcher Satz ist eines SPD Kanzlerkandidaten nicht würdig", befand hingegen Ulrich Deppendorf auf Twitter.

In seiner Zeit als Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio dürfte der gestandene Journalist so einige politische Streits mitbekommen haben. Nach Schulz' Verbalangriff befand Deppendorf aber in einem zweiten Tweet: "Die Merkel kann man auch anders kritisieren!"

Der Einwand von Deppendorf schlug beim Kurznachrichtendienst hohe Wellen - sowohl bei den Sozialdemokraten als auch bei der Union.

Flisek: "Schulz' Worte waren völlig angemessen!"

Der Passauer SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek hält das Wort "Anschlag" als "Metapher für die Wucht und Gefährlichkeit" für "völlig angemessen". Zudem entgegnet er: "Wer eine hohe Wahlbeteiligung dem eigenen Machterhalt opfert, macht genau dies!"

Flisek Parteikollege Ulrich Kelber fragt Deggendorf: "Welches Wort schlagen Sie für die CDU-Strategie vor, Menschen vom Wählen abzuhalten und damit auch radikale Parteien zu stärken?"

Die Vorlage nimmt daraufhin die CDU auf. So kontert deren Nachwuchsorganisation Junge Union NRW: "Der liebe @MartinSchulz soll sich mal die Wahlbeteiligung bei den letzten Landtagswahlen anschauen..."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber ergänzt: "Fakt ist: Wir haben die meisten Nichtwähler bei den zurückliegenden Landtagswahlen mobilisiert."

Doch fraglich ist, ob dazu nicht auch die offenen Wahlkämpfe sowohl zwischen den beiden Volksparteien als auch den kleineren Parteien beigetragen haben.

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(poc)

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