Iran bezeichnet neuen saudischen Kronprinzen als "unreifen Teenager"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Der iranische Ajatollah hat den neuen saudi-arabischen Kronprinzen als "unreifen Teenager" bezeichnet
  • Der 31-jährige Mohammed bin Salman ist seit Mittwoch Thronfolger seines Vaters
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Ein iranischer Ajatollah hat den neuen saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als einen "unreifen Teenager" bezeichnet. Dieser plane "sogar einen Krieg gegen den Iran … dafür bist Du Kindchen (Salman) aber noch zu klein", sagte Ahmad Chatami beim Freitagsgebet in Teheran.

Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein habe das (im Golfkrieg 1980-88) mit saudischer Unterstützung auch versucht und sei kläglich gescheitert, so Chatami.

Der saudische König Salman hat seinen Sohn am Dienstag zum Kronprinzen ernannt. Der 31-Jährige besitzt als Verteidigungsminister bereits einigen Einfluss. Experten gilt er als einer der gefährlichsten Männer der Welt, Mohammed bin Salman verantwortet den brutalen Krieg Saudi-Arabiens im Jemen.

Mehr zum Thema: 5 Gründe, warum ihr den neuen Kronprinzen Saudi-Arabiens kennen müsst - und warum er so gefährlich ist

Irans Staatspräsident gibt sich zurückhaltend

Der Ajatollah setzte Saudi-Arabien auf eine Stufe mit den USA und Israel als neuen Erzfeind des Irans. "Wenn wir 'Nieder mit den USA' rufen, meinen wir damit (ab jetzt) auch die Saudis", sagte der einflussreiche Geistliche, der ein führendes Mitglied im Expertenrat ist, dem wichtigsten Klerusgremium des Landes.

Die Aussagen beim Freitagsgebet reflektieren zwar die politische Stimmung im Land, nicht aber die offizielle Politik des Irans. Präsident Hassan Ruhani sowie das Außenministerium haben bewusst auf die Ernennung des neuen Kronprinzen nicht direkt reagiert.

Besonders nach den Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 7. Juni in Teheran will Ruhani keine weitere Eskalation der Spannungen mit Saudi-Arabien. Diese Woche rief er daher alle Regionalstaaten - auch die Saudis - erneut auf, die Differenzen beizulegen und im Kampf gegen den IS zusammenzuarbeiten.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Korrektur anregen