Ein Mädchen hat einen Wutanfall im Supermarkt - ihr Vater macht gar nichts und reagiert genau richtig

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  • Ein Facebook-Post des Schauspielers Justin Baldoni geht viral
  • Es zeigt seine kleine Tochter bei einem Wutanfall
  • Baldonis Bild transportiert eine berührende Botschaft an alle Eltern

Ob in der U-Bahn, im Supermarkt oder im Restaurant: Alle Eltern kennen die unangenehme Situation, wenn ihr Kleinkind in der Öffentlichkeit aus vollem Halse zu brüllen beginnt.

Je mehr Leute zuschauen, desto stärker steigt der Stresspegel, während die Eltern verzweifelt und mit hochrotem Kopf versuchen, ihren zornigen Sprössling zu beruhigen.

Mehr zum Thema: Viele Eltern wissen nicht, was wirklich hinter den Wutanfällen ihrer Kinder steckt

Das eigene weinende Kind kann dann vor anderen ganz schön peinlich sein - doch so sollte es eigentlich nicht sein. Denn genau dieses Verhalten kennzeichnet die Trotzphase, die jedes Kind durchläuft, auch wenn es sonst eigentlich ein kleiner Engel ist.

Baldoni zeigt, wies geht

Wie man auch reagieren kann, zeigt der Schauspieler Justin Baldoni, der aus der US-Serie “Jane the Virgin” bekannt ist.

Beim Wocheneinkauf im Supermarkt mit der ganzen Familie, schoss Baldonis Frau Emily dieses Bild von Baldoni, seinem Vater und der gemeinsamen kleinen Tochter Maiya.

Baldoni hat eine berührende Botschaft an alle Eltern

Es zeigt das kleine Mädchen bei einem Wutanfall, während die beiden Männer komplett ruhig bleiben und fast schon amüsiert auf das Mädchen blicken. Sie scheinen geduldig abzuwarten, bis sich der größte Zorn des Kindes gelegt hat.

Baldoni schreibt zu dem Foto:

“Das ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder von mir und meinem Vater. Zwei Männer stehen dort schweigend zusammen, verbunden durch bedingungslose Liebe zueinander und zu dieser brandneuen, einzigartigen und reinen Seele, für die wir beide bis ans Ende der Welt gehen würden.

Ich kann mir nur vorstellen, wie viele Male ich selbst mich so benommen habe, als ich in ihrem Alter war. Mein Vater hat mir so viel darüber beigebracht, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Aber in diesem Post geht es allein um eine einzige Sache.

Es gibt keine perfekten Eltern

Sich wohl fühlen in einer unangenehmen Situation. Das ist etwas, was ich bei ihm wiederholt beobachtet habe, während ich aufwuchs. Es gibt keine perfekten Eltern, aber eine Sache, die ich von meinem Vater gelernt habe, dass man nicht erziehen sollte, so damit alle anderen zufrieden sind.

Mein Vater erlaubte mir stets meine Gefühle, die ich fühlen musste, auch wenn wir uns in der Öffentlichkeit befanden. Ich kann mich nicht erinnern, dass er je gesagt hätte: “Du bist mir peinlich” oder “Hör auf zu weinen”.

Erst kürzlich habe ich begriffen, wie wichtig das für meine emotionale Entwicklung war. Unsere Kinder lernen und verarbeiten jeden Tag so viel Neues und sie wissen gar nicht, wohin mit all diesen Gefühlen. Ich versuche mich daran zu erinnern und sicherzustellen, dass meine Tochter weiß: Es ist in Ordnung, dass sie das so tief empfindet.

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Hören wir auf, uns für unsere Kinder zu schämen

Es ist mir nicht peinlich, wenn sie Wutanfälle bekommt im Supermarkt oder wenn sie im Flugzeug anfängt zu schreien. Ich bin ihr Vater… nicht deiner. Hören wir auf, uns für unsere Kinder zu schämen. Denn das wirft kein schlechtes Licht auf dich. Tatsächlich sollten wir wahrscheinlich einfach etwas freundlicher und geduldiger mit uns selbst sein.

Wenn wir uns erlauben würden, Wutanfälle zu bekommen und zu weinen, wenn wir spüren, dass wir das brauchen, könnten wir auch so viel mehr Freude und Glück verspüren. Und das ist etwas, wovon die Welt definitiv mehr gebrauchen könnte.”

Baldonis Foto wurde mehr als 30.000 Mal geteilt

Das Foto und Baldonis einfühlsamen und weisen Worte wurde mittlerweile mehr als 30.000 Mal auf Facebook geteilt und hat bisher rund 4500 Kommentare erhalten.

Wenn das eigene Kind also das nächste Mal an der Supermarktkasse einen Wutanfall bekommt, können dessen Eltern guten Gewissens Ruhe bewahren, an Baldonis Worte zurückdenken und ihrem Kind die Zeit geben, die es braucht. Denn durch diese Ruhe vermitteln wir unseren Kindern: Es ist alles in Ordnung.

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(ujo)

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