Hamburg: Polizisten durchkreuzen Planung einer linksextremistischen Straftat vor G20-Gipfel

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Linksextreme planten einen Anschlag auf eine "gefährdete Person" | Johannes Eisele / Reuters
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  • Polizisten konnten eine im Rahmen des G20-Gipfels geplante Straftat verhindern
  • Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um linksextremistische Gewalttäter

Der G20-Gipfel in Hamburg wird bereits im Vorfeld überschattet. In der Nacht zum Donnerstag konnten Polizisten offenbar die Planung einer Straftat auf dem Gipfel verhindern.

Die Beamten hatten verdächtige Insassen eines Renault Twingos überprüft. Der Hinweis war von Anwohnern einer Altonaer Wohnstraße gekommen. Der Twingo hatte ein Weimarer Kennzeichen.

In einem Transporter in unmittelbarer Nähe des Wagens wurden "Gegenstände, die zur Vorbereitung von Straftaten geeignet sind" gefunden, sagte die Polizei der "Hamburger Morgenpost".

Der Transporter war ein gemieteter Wagen mit einem Berliner Kennzeichen. Das Fahrzeug konnte einem 26-Jährigen zugeordnet werden.

Unter den Gegenständen sollen Sprechfunkgeräte, Latexhandschuhe, Einwegschutzanzüge und Streusandkisten entdeckt worden sein. Außerdem fanden die Beamten eine Liste mit Kennzeichen von zivilen Polizeifahrzeugen.

Die Tatverdächtigen waren bereits polizeibekannt

Eine Überprüfung der Personalien zeigte: Die mutmaßlichen Täter sind keine Unbekannten. Die 23- und 27-jährigen Tatverdächtigen sind linksextremistische Gewalttäter und durch schweren Landfriedensbruchs der Polizei bekannt.

Die Täter sollen aus dem Berliner Umfeld der Rigaer Straße stammen. Auch der 26-jährige Mieter des Transporters ist diesem Umfeld zuzuordnen.

Mutmaßliche Täter wollten offenbar Person angreifen

Das Ziel der Aktion ist noch unklar. Der "Hamburger Morgenpost" zufolge haben die Tatverdächtigen eine "gefährdete Person" angreifen wollen.

"Aufgrund der Gesamtumstände gehen wir davon aus, dass die Personen zu Vorbereitungshandlungen von schweren Straftaten im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel nach Hamburg gereist sind", sagte Polizeisprecher Jörg Schröder der "Hamburger Morgenpost".

Die Polizei sprach gegen die Männern ein Aufenthaltsverbot für das Messegelände sowie das Schanzenviertel in Hamburg aus.

Es kommt vermehrt zu Anschlägen

Es ist nicht die erste Nachricht dieser Art im Vorfeld des G20-Gipfels. Kürzlich hatten Unbekannte in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt.

Es wird vermutet, dass es sich um Störaktionen im Hinblick auf den G20-Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli handelt.

Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf. Ein mögliches Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene wurde geprüft.

Mit Material der dpa

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(ll)

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