Ein Mann hat vier Jahre seinen Müll nicht weggeworfen - entstanden sind diese verstörenden Aufnahmen

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Es ist eine schier unvorstellbare Zahl: 212 Kilo Verpackungsmüll verursacht jeder Mensch durchschnittlich jedes Jahr - alleine in Deutschland.

Davon kann nur ein geringer Teil recycelt oder weiterverwendet werden. Vor allem Plastik ist für Menschen, Tiere und Umwelt besonders gefährlich. Denn das Material kann nicht abgebaut werden - irgendwann zersetzt es sich zu Mikroplastik und gelangt so ins Wasser.

Durch Plastikmüll im Meer verenden jährlich bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel.

Der französische Künstler kämpft gegen den Müll-Wahnsinn

Um zu zeigen, wie absurd viel Abfall wir produzieren, startete der französische Fotograf Antoine Repessé ein ungewöhnlliches Projekt. Vier Jahre lang sammelte er seinen Müll. Keine einzige Plastikflasche, Verpackung oder Klopapierrolle landete während dieser Zeit im Mülleimer.

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Er stiftete auch seine Familie und Freunde an, es ihm gleich zu tun. "Etwa 200 meiner Freunde und Kollegen halfen mir beim Sammeln", sagte er der HuffPost.

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Credit: Antoine Repessé

Am Schluss hatte er alles in allem 70 Kubikmeter Müll zusammen. Er lagerte die Verpackungen bei sich zu Hause, in verschiedenen Räumen - einfach überall dort, wo er noch Platz fand.

"Ich hoffe, dass meine Bilder einige Menschen nachdenklich machen"

"Ich sortierte den ganzen Müll nach Sorten, weil ich schon wusste, dass ich sie auf den Fotos separat würde zeigen wollen", erzählte Repessé. "Am Anfang war nur der Boden bedeckt, aber irgendwann musste ich die Tüten übereinander stapeln und war jeder kleinste Platz voll damit."

Plastik, Metall, Glas und Papier in jedem Raum der Wohnung - Materialien, die normalerweise in Mehrwegcontainern zu finden sind.

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Um das Ergebnis seines Projekts bildlich festzuhalten, entschloss er sich aber, die Wohnung zu verlassen.

"Teilweise hat mich eine Aufnahme bis zu zehn Stunden Arbeit gekostet: Der ganze Müll musste mit einem Van zur Location gebracht werden, das Licht musste in Szene gesetzt werden, erst dann konnte ich shooten. Im Anschluss wurde alles wieder verpackt und zurück zu mir nach Hause gebracht."

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Credit: Antoine Repessé

Mit seinen Fotos will Repessé auf ein globales Problem aufmerksam zu machen. Er findet: Wir können die Tatsache, dass jeder Einzelne von uns für die ganzen Müllberge verantwortlich ist, nicht mehr ignorieren.

"Ich hoffe, dass meine Bilder einige Menschen nachdenklich machen", sagt er. "Dass wir zu viel Müll produzieren, wird uns oft genug gesagt. Doch ich glaube, dass der Einfluss eines Fotos oft stärker ist als die meisten Worte."

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Credit: Antoine Repessé

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Credit: Antoine Repessé

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Credit: Antoine Repessé

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Credit: Antoine Repessé

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Credit: Antoine Repessé

Mehr Bilder von Antoine Repessé findet ihr auf seiner Homepage und auf Facebook.

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(lk)

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