Brexit-Poker in Brüssel: Merkel lässt May eiskalt abblitzen

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  • Bundeskanzlerin Merkel hat der britischen Regierung eine klare Ansage gemacht
  • Die Gestaltung der europäischen Zukunft habe Vorrang vor dem Brexit, sagte Merkel

Angela Merkel hat am Freitag kühl auf den von der britischen Premierministerin May unterbreiteten Vorschlag zum Bleiberecht nach dem Brexit reagiert. Die Zukunft der 27 EU-Staaten habe Vorrang vor den Brexit-Verhandlungen. Auch EU-Ratspräsident Tusk äußerte sich zu Mays Vorschlag.

Beim EU-Gipfel in Brüssel hat sich die britische Premierministerin Theresa May zum künftigen Status von EU-Bürgern in Großbritannien geäußert. May stellte in Aussicht, dass alle 3,2 Millionen EU-Bürger im Vereinigten Königreich eine Chance auf ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen.

Gleichzeitig wolle sie aber auch sicherstellen, dass die Rechte britischer Staatsbürger, die derzeit in der EU leben, geschützt würden, sagte May bei einem Interview am Rande des Gipfels.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte kühl. Am Rande des Gipfels stellte sie klar: "Ich will ganz deutlich sagen, für mich hat die Gestaltung der Zukunft der 27 Mitgliedstaaten Vorrang vor den Verhandlungen mit Großbritannien über den Austritt.“ Der "klare Fokus“ der Verhandlungen müsse auf der Zukunft der 27 liegen, betonte Merkel.

Zwar lobte die Kanzlerin das britische Angebot als einen "guten Anfang“. Viele Fragen seien aber noch offen. So wären unter anderem Fragen zum britischen Verhältnis zu Irland zu bearbeiten, sagte die Kanzlerin.

Inzwischen hat EU-Ratspräsident Donald Tusk Mays Vorschlag scharf zurückgewiesen. Der Vorschlag drohe, "die Situation von EU-Bürgern zu verschlechtern.“ Dennoch werde das Verhandlungsteam ein schriftliches Angebot genau analysieren.

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