SPD-Generalsekretär Heil macht "Ehe für Alle" zur Koalitionsbedingung

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HUBERTUS HEIL
SPD-Generalsekretär Heil macht "Ehe für Alle" zur Koalitionsbedingung | Reuters
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  • SPD-Generalsekretär Heil will die "Ehe für alle" zur Bedingung für eine Koalition machen
  • Der Union wirft er vor, in dieser Frage "völlig rückständig" zu denken

Nach den Grünen macht nun auch die SPD die "Ehe für alle" zur Bedingung für eine Koalition. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte im Gespräch mit der "Rheinischen Post": "Egal in welcher Koalition: Wenn die SPD in der nächsten Regierung sein wird, setzen wir die Ehe für alle innerhalb der ersten 100 Tage um."

Es sei "völlig rückständig" von der Union, an der Ungleichbehandlung festzuhalten. "Der Staat darf nicht vorschreiben, wer wen lieben soll", sagte Heil.

Wie glaubwürdig ist die Forderung?

Zuletzt zogen die Grünen in der Frage eine klare Linie. Auf ihrem Parteitag legten die Delegierten fest, dass es eine Koalitionen mit ihnen nach der Bundestagswahl nur mit der "Ehe für alle" gebe.

Auch die SPD vertritt schon länger die Haltung und fordert die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen. Heils Ansage ist daher eigentlich keine Neuigkeit.

Doch das Handeln seiner Partei lässt an der Glaubwürdigkeit seiner Äußerungen zweifeln. Bereits 2013 versprach die SPD "hundert Prozent Gleichstellung", knickte dann allerdings bei den Verhandlungen mit der Union ein. Die Sozialdemokraten kamen in die Regierung - ihr Plan der "Ehe für alle" schaffte es dagegen nicht auf die Tagesordnung.

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(jg)

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