Erster Unwettertoter in Berlin, Bahn-Chaos – mindestens ein Festival muss abgesagt werden

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  • In vielen Gegenden Deutschlands kommt es zu schweren Unwettern
  • Gewitter, Starkregen und Überschwemmungen sorgen für Chaos
  • Die Unwetter hat ein erstes Todesopfer in Norddeutschland gefordert
  • Im Video oben seht ihr, wo ihr heute Abend aufpassen solltet

Deutschland wird von schweren Unwettern heimgesucht. In vielen Gegenden kippte die extreme Hitze der letzten Tage in Gewitter um.

Eine Tiefdruckrinne soll die Gewitterwahrscheinlichkeit im Westen stark erhöhen, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Diese Gewitter ziehen dann rasch nordostwärts und weiten sich dann südost- bis ostwärts aus.

Im Süden sind Gewitterschauer weniger wahrscheinlich. Wenn es zu Schauern kommt, begrenzen sie sich auf das Bergland.

Erst in der Nacht zum Freitag kann es auch im Süden zu Gewittern kommen.

In manchen Gegenden kommt es sogar zu Hagelfall. Der DWD warnt vor Hagelkörnern von 2 bis 5 cm Durchmesser.

Eine Twitter-Userin aus dem Saarland postete ein Hagelkorn von der Größe eines Golfballs.

In Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg kommt es bereits zu starkem Regenfall. Der Gewitterkomplex zieht weiter nach Sachsen, wo es in den nächsten Stunden zu schweren Gewittern kommen soll.

In anderen Gegenden richten Hochwasser Millionenschäden an, so beispielsweise in Rheinland-Pfalz und Niederbayern.

Ein leicht erhöhtes Potenzial für Tornados besteht vor allem in den östlichen Landesteilen.

Ein heftiger Sturm bis hin zu einem Tornado hat am Donnerstag in Norddeutschland mindestens einen Menschen getötet.

Der 50-Jährige wurde in der Nähe des niedersächsischen Uelzen in einem Auto von einem herabstürzenden Baum erschlagen.

Der DWD fasst zusammen: "Lokal eng begrenzt kann es Unwetter geben mit Starkregen mehr als 25 mm in kurzer Zeit, schwere Sturm- oder Orkanböen bis 120 km/h und Hagel über 2 cm Korngröße."

Zug-, Flug- und Straßenverkehr in vielen Gegenden lahmgelegt

Orkanböen, heftiger Starkregen und Hagel wüteten und ließen zeitweise auch den Zugverkehr stillstehen.

Zuvor war sogar der Flugverkehr am Flughafen Berlin-Tegel gestoppt worden. Mittlerweile läuft wieder alles normal.

In Niedersachsen führt heftige Unwetter zu Behinderungen auf den Autobahnen, so unter anderem auf der A7.

In Magdeburg gab es nach Angaben der städtischen Werke eine Reihe von Stromausfällen.

Durch das Unwetter in Norddeutschland ging für viele Bahnreisende nichts mehr: Umgestürzte Bäume legten beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahm.

Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin wurden unterbrochen.

Unwetterwarnung für Musik-Festivals

Auch die Musikfestival-Saison wird durch Unwetterwarnungen überschattet. Festivals im Norden und im Süden Deutschlands sind betroffen.

Den Besuchern des Hurricane-Festivals in Scheeßel in Niedersachsen drohen starke Gewitter und Regen. Das Zwillingsfestival Southside in Neuhausen (Baden-Württemberg) muss abgesagt werden.

Mit Materialien der dpa

(lp)

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