"Schöne Bauwerke": Donald Trump scheint einen Weg gefunden zu haben, seine Mauer nach Mexiko doch noch zu finanzieren

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Donald Trump will seine Mauer nach Mexiko mit Solarpanels finanzierne | Scott Morgan / Reuters
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  • Donald Trump treibt sein Vorhaben voran, eine Mauer nach Mexiko zu bauen
  • Bei einer Rede in Iowa kündigt er an, dass Solarpanels auf der Mauer den Bau refinanzieren sollen

Donald Trump will eine Mauer nach Mexiko bauen. Das war eines seiner wichtigsten Wahlversprechen. Und jetzt weiß Trump angeblich auch, wie er das Ganze finanzieren will.

Überraschenderweise soll sein Vorhaben auch noch etwas mit Umweltschutz zu tun haben. Glaubt ihr nicht? Wir sind auch skeptisch. Aber von vorne.

Das Department of Homeland Security hatte Ende Februar einen Architektenwettbewerb für die Mauer nach Mexiko gestartet. Einer der eingereichten Entwürfe stammt von Thomas Gleason. Er ist Gesellschafter von Gleason Partners LLC, einem Architekturbüro, das in Las Vegas sitzt. Gleasons Idee: Eine solarbetriebene Mauer.

Bei einer Rede in Iowa verkündete Donald Trump am Mittwoch jetzt stolz: "Ja, wir werden eine Mauer bauen. Ich habe eine Idee, von der noch niemand gehört hat". Die südliche Grenze biete vor allem eins: Viel Sonne und viel Hitze.

"Wir denken darüber nach, die Mauer als Solar-Mauer zu bauen. Damit sie Energie produziert. Und sich selbst finanziert." Führenden Republikanern soll er von dem Gedanken bereits Anfang des Monates erzählt haben. Mit den "schönen Bauwerken", wie er die Solar-Panels bezeichnet, soll sich Trumps Prestigeprojekt verwirklichen.

Donald Trump feiert sich für eine Idee, die nicht von ihm stammt

Trump betonte zudem, das mache das Ganze auch noch günstiger für Mexiko. "Und das ist gut, oder?", feiert sich der US-Präsident für eine Idee, die er verkauft, als sei es seine eigene gewesen.Er betont: "Ziemlich gute Vorstellung, oder? Meine Idee!".

Zuvor hatte Trump immer wieder erklärt, er wolle Mexiko für den Bau der Mauer zur Kasse bitten. Die mexikanische Regierung reagierte darauf bisweilen mit eisiger Ablehnung.

Gleason, von dem die Idee eigentlich stammt, sagte dem US-amerikanischen "Business Insider", dass er seit Monaten an dem Entwurf einer mit Solarenergie betriebenen Mauer gearbeitet habe.

solar wall trump
(So könnten die Elemente der Solar-Mauer nach den Entwürfen von Gleason aussehen.)

Er ist davon überzeugt, dass seine Mauer in nicht einmal 20 Jahren ausreichen Strom produzieren könne, dass die gesamten Baukosten gedeckt wären. Dies Kalkulation ist allerdings abhängig von diversen Faktoren.

Die Tatsache, dass die Grenze zu Mexiko nicht geradlinig verläuft und die Sonneneinstrahlung nicht konstant gleich stark ist, reduziert die Effizienz.

mauer solar trump

Weiter gibt Gleason an, das der Preis für die Installation von Solarmodulen in den letzten Jahren drastisch gesunken sei. Lag der Preis im Jahr 2009 noch bei rund 8 Dollar pro Watt im Jahr, ist der Preis im Jahr 2016 auf 1,50 Dollar gesunken.

Trumps Gedanke, jetzt auf Solarstrom zu setzen, kommt überraschend. Denn nicht erst seit dem Ausstieg des US-Präsidenten aus dem Pariser Klimaabkommen gilt Trump als Leugner des Klimawandels.

Experten haben jedoch Bedenken, dass das Ganze rentabel werden würde. Nicht einmal zwei Prozent der US-Bürger leben näher als 65 Kilometer an der mexikanischen Grenzen. Ein Großteil des erzeugten Solarstroms konnte somit nutzlos sein. Natürlich gäbe es die Möglichkeit, Leitungen zu bauen, um den Strom weiter ins Landesinnere zu transportieren - doch das wäre ziemlich teuer.

Trump meint zur Mauer: "Je höher sie wird, desto wertvoller wird sie."

Effizienz hin und her, Donald Trump jedenfalls ist der Meinung: "Denkt mal darüber nach. Je höher sie wird, desto wertvoller wird sie". Dem US-Präsidenten schwebt eine Mauerhöhe von bis zu 15 Metern vor.

Übrigens: Den offiziellen Regierungsauftrag hat der Architekt Thomas Gleason noch nicht erhalten.

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(lp)

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