"Schauprozess" und Zensur-Vorwurf: Die Twitter-Nutzer zerpflücken die "Maischberger"-Sendung

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Auch auf Twitter gab die "Maischberger"-Sendung viel zu reden. | Maischberger
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  • Twitter-Nutzer streiten über die "Maischberger"-Sendung zum umstrittenen Antisemitismus-Film
  • Für einen Nutzer war die Sendung schlicht ein "Schauprozess"
  • Andere argumentierten, jetzt sei endlich öffentlich über Antisemitismus debattiert worden

Am Mittwochabend debattierten die Gäste bei "Maischberger" über den umstrittenen Dokumentarfilm "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa".

In der Sendung stritten sich vor allem der Historiker Michael Wolffsohn und der WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn zur Frage: War es richtig, den Film zurückzubehalten?

Bereits während der Ausstrahlung der Sendung stritten die Nutzer auch auf Twitter.

Dieser Twitter-Nutzer machte klar, wer für ihn die Debatte gewonnen hat:

Für diesen Twitter-Nutzer war die "Maischberger"-Sendung schlicht ein "Schauprozess":

Bei "Maischberger" hatte der Historiker Michael Wolffsohn darauf hingewiesen, der Film zeige nun endlich einer breiten Öffentlichkeit, dass es auch unter Muslimen Antisemitismus gebe. Das sei ein wichtiger Tabubruch.

Auch für den "Spiegel"-Journalisten Timo Lokoschat ist klar: Zu oft schaue man dabei weg, wenn Muslime antisemitische Parolen gebrauchten.

War es Zensur, als der WDR entschied, den Dokumentarfilm nicht zu publizieren?

Bei "Maischberger" sagte der WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, man habe zusammen mit den Machern des Filmes versucht, diesen den handwerklichen Ansprüchen des Senders anzunähern.

Dieser User glaubt Schönenborn aber offenbar kein Wort. Der Film sei deshalb nicht ausgestrahlt worden, weil man schlicht Zensur betreiben wollte, argumentiert er:

Die linke Aktivistin, Politikerin und Autorin Jutta Ditfurth differenzierte:

Sie forderte:

Auch für diesen Twitter-Nutzer war der Entscheid, den umstrittenen Dokumentarfilm nicht zu bringen, schlicht Zensur. Doch dabei habe man vergessen, dass Zensur im Zeitalter des Internets leicht umgangen werden kann. Er weist dabei darauf hin, dass "bild.de" die Doku zur Überraschung aller für einen Tag ins Internet stellte.

Hier bedankte sich ein Twitter-Nutzer bei Ahmad Mansour und Michael Wolffsohn dafür, dass sie sich zu "Maischberger" wagten - und dort Aufklärung betrieben und eine klare Haltung einnahmen:

Auch dieser Journalist zeigt auf Twitter seine Unterstützung für Mansour und Wolffsohn:

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(ben)

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