"Kabinett der Milliardäre": Trump will armen Menschen keine wirtschaftliche Verantwortung geben

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Trump will keinen armen Menschen Verantwortung in wirtschaftlichen belangen geben. | Reuters
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  • Armen Menschen wolle er keine wirtschaftliche Entscheidungen überlassen, so Trump am Mittwoch in Iowa
  • Er bezog sich dabei auf die Kritik an seinem "Kabinett der Milliardäre"
  • Unklar ist, wie viel die Regierungsmitglieder verdienen

Präsident Donald Trump sagte auf einer Kundgebung in Iowa am Mittwoch, dass er keinen armen Menschen die Verantwortung für die Wirtschaft geben will. Er bezog sich dabei auf die Kritik, dass Wirtschaftsminister Wilbur Ross und andere Mitglieder seines Kabinetts zu reich wären.

“Es sind Menschen mit großartigem, brilliantem wirtschaftlichen Denken, und das ist es, was wir brauchen. Das ist das, was wir haben müssen, damit die Welt uns nicht ausnutzt”, sagte Trump vor ungefähr 6000 Menschen in Cedar Rapids.

“Es darf nicht mehr passieren, dass die Welt uns ausnutzt. Und ich liebe alle Menschen, egal ob reich oder arm, aber für diese speziellen Positionen will ich einfach keine arme Person. Ergibt das Sinn? Ergibt das Sinn? Wenn ihr darauf besteht, dann tu ich es, aber ich finde meinen Weg besser.”

"Kabinett der Milliardäre"

Wilbur Ross, ein milliardenschwerer Investor, der einen Großteil seines Portfolios veräußert hat, bevor er seinen Posten antrat, ist nur einer der vielen Milliardäre und Multimillionäre, die den Großteil des Trump-Kabinetts ausmachen.

Laut einer finanziellen Offenlegung, die im Juni veröffentlicht wurde, wird das gesamte Kabinett als das reichste in der amerikanischen Geschichte gehandelt. Trump selbst besitzt demnach mindestens ein Vermögen von 1,4 Milliarden US-Dollar.

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Der blanke Reichtum in der Trump-Regierung ist schon häufig Gegenstand der Berichterstattung gewesen und viele seiner Ernennungen wurden von Abgeordneten erheblich kritisiert. Sie betitelten die Gruppe als ein “Kabinett der Milliardäre”.

Trump: "Peanuts für Kabinettmitglieder"

Während der Kundgebung tat Trump derlei Kritik ab. Er sagte, die Ernennungen von Menschen wie Gary Cohn, einem ehemaligen Vorsitzenden der Investmentbank Goldman Sachs, würden dabei helfen, dass das Land sich auf der internationalen Bühne besser selbst repräsentieren könne.

Er merkte an, dass viele in seinem Kabinett, “vieles aufgeben mussten, um diese Jobs anzunehmen”.

“Das ist der Vorsitzende von Goldman Sachs. Klug. Um uns zu repräsentieren, hat er gewaltige Gehaltschecks für Kleingeld aufgegeben, verschwindend gering …”, sagte Trump. “Ich warte darauf, dass sie ihn dafür beschuldigen, so wenig Geld zu wollen.”

Dreimal mehr Verdienst als der durchschnittliche Haushalt in den USA

Es ist unklar, wie viel Cohn als Wirtschafts-Chefberater des Präsidenten verdient - das Weiße Haus muss die Datenbanken der Regierungs-Gehälter noch aktualisieren. Sicher ist aber, dass es weniger als die 258 Millionen Dollar sind, die er als Abschlag bekam, als er Goldman Sachs verlassen hat.

Das höchste Gehalt für Kabinettmitglieder lag im vorigen Jahr bei 176.461 Dollar. Das ist dreimal so hoch wie das Durchschnittseinkommen eines US-amerikanischen Haushalts im Jahr 2015.

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Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost und wurde von Marie-Theres Rüttiger aus dem Englischen übersetzt.

(jg)

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