Google Doodle für Oskar Fischinger - der Musikclip-Pionier ohne PC

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Das Google Doodle ist Oskar Fischinger gewidmet | bennymarty via Getty Images
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  • Oskar Fischinger gilt als der Pionier der Musikvideos
  • Google hat ihm ein Doodle zu seinem 117. Geburtstag gewidmet
  • 1936 floh er aus Deutschland in die USA, da die Nazis seine Kunst als "entartet" deklarierten

Oskar Fischinger (1900 - 1967) gilt als der Pionier der Musikvideos, obwohl es zu seiner Zeit noch nicht einmal Computer gab. Er wäre am Donnerstag 117 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat Google ihm ein Doodle gewidmet.

Der deutsch-amerikanische Kunstmaler, Musiker und Filmemacher Oskar Fischinger erkannte früh den Zusammenhang zwischen visueller Kunst und Musik und experimentierte damit.

Videoclips mit Wachs statt mit dem PC

Er entwickelte Arbeiten, die Musik und visuelle Kunst verknüpften. Fischinger entwarf die Idee von dem, was man heute "Zeichentrick-Videoclips“ nennen würde.

Zum Beispiel “Kreise” aus dem Jahr 1934:

Kreise (excerpt) by Oskar Fischinger from CVM on Vimeo.

Oder "Visuelles Gedicht“, 1938, zu Franz Liszts Zweiten ungarischen Rhapsodie.

Er konstruierte dafür eine Wachsschneidemaschine. Mit dieser erstellte er organisch-fließende Bildsequenzen.

"Entartete Kunst"

Doch in Deutschland wurden seine Ideen plötzlich zum Problem: Abstrakte Kunst war dem Kunstverständnis der Nazis ein Dorn im Auge, die nur naturalistische Ansätze als Kunst ansahen. Fischingers Kunst wurde im Dritten Reich als “entartet“ deklariert.

Darum floh Fischinger in die USA, wo er sich 1936 in Hollywood absetzte. Er unterschrieb zunächst einen Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer. Später kam er zu Disney, wo er in “Fantasia“ die Toccata und Fuge in D-Moll entwarf.

Oskar Fischinger erlangte als Künstler ein bestimmtes Prestige und arbeitete unter anderem auch als Designer für Werbespots wie etwa für die Zigarretten von “Muratti“, die in seinem Werbefilm zu Ballett-Musik marschieren.

Oskar Fischinger, Muratti Privat (1935) from CVM on Vimeo.

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