Die CDU hat ihre Wahlplakate vorgestellt – Twitter-Nutzer erkennen vor allem ein Problem

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Die CDU hat ihre Wahlplakate vorgestellt – Twitter-Nutzer erkennen vor allem ein Problem | JOHN MACDOUGALL via Getty Images
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  • Die CDU hat in Berlin ihre Wahlplakate präsentiert
  • Viele Kritiker merken an: Zu den Plakaten fehlt ein Programm

Die CDU hat ihre Wahlplakate für die Bundestagswahl im September präsentiert.

"Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ lautet der etwas sperrige Slogan der Konservativen.

Hin zu kommen Allgemeinplätze wie "Für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeit“, "Für Mehr Respekt vor Familien“ und "Europa stärken heißt Deutschland stärken“: Viel Risiko geht die CDU damit sicherlich nicht ein.

Die Motive, die Generalsekretär Peter Tauber, am Donnerstagmittag in Berlin präsentierte, sind eher minimalistisch gehalten.

Viele Nutzer bei Twitter überschütteten die Kampagne mit Häme - aber nicht wegen der Kampagne selbst.

Das große Problem, das viele erkannten: Die CDU stellte die Plakate vor, bevor sie überhaupt ein Wahlprogramm vorgelegt hat.

Ein Nutzer kommentierte so: Typisch CDU: "Kein Programm und keine Ideen haben, aber schon Mal Plakate drucken.“

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz äußerte sich ähnlich: "Die CDU hat weder ein Steuerkonzept noch ein Rentenkonzept. Weder ein Programm noch eine Vision. Aber sie hat seit heute Plakate. Naja“, schrieb Schulz bei Twitter.

Und auch FDP-Politiker Oliver Luksic wunderte sich: "CDU hat noch kein Programm, aber schon Wahlplakate, was soll mir das sagen?“

Bereits bei der vergangenen Bundestagswahl war die Union kritisiert worden, ohne Inhalte in den Wahlkampf zu gehen.

Im Jahr 2013 druckte die CDU so sogar Plakate, die ganz ohne politische Aussage auskamen. Nur Kanzlerkandidatin Angela Merkel war darauf zu sehen.

Die Kampagne hatte bekanntermaßen Erfolg.

Erfolg hat die CDU auch jetzt schon mit ihrer Kampagne - wenn auch zweifelhaften. Denn der durchaus komplexe Hashtag #fedidwgugl (kurz "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben") trended jetzt schon auf Twitter.

Die Reaktionen sind zumeist hämisch.

Die Spiegel-Online Journalistin Carline Mohr twittert:

Der Grünen-Politiker Erik Marquardt reagierte einigermaßen fassungslos auf den Hashtag.

Die Grünen denken bei dem Hashtag offenbar an die Suchmaschine Google. Die partei hat auch gleich drei Suchanfragen, die zu der CDU-Kampagne passen.

Das Satire-Magazin "extra3" verglich den Hashtag sogar mit Trumps Twitter-Ausrutscher "covfefe", der vor einigen Wochen viral gegangen war.

Eines muss man der CDU allerdings lassen. Bisher nimmt sie Reaktionen mit Humor. CDU-Generalsekretär Peter Tauber retweetete die hämischen Kommentare fleißig - und erklärte, wie man #fedidwgugl ausspricht:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(ben)

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