Yoga mit Bier, auf dem Wasser oder dem Rad: Es muss nicht immer auf der Matte sein

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Yoga muss nicht immer auf der Matte stattfinden | Pinkypills via Getty Images
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Am Mittwoch findet zum dritten Mal der Weltyogatag statt. In Indien haben deshalb Premierminister Narendra Modi und Tausende weitere Menschen zusammen im Freien ihre Übungen gemacht. Trotz Regen.

Bilder von vielen weiteren Massen-Yogaübungen in verschiedenen Teilen Indiens verbreiten sich in den sozialen Medien - etwa in Stadien und Schulen, auf einem Flugzeugträger, vor der Skyline Mumbais und der riesigen Büste der Hindu-Gottheit Shiva im südlichen Coimbatore.

Und auch hierzulande sind die Übungen für Körper und Seele bereits ein großer Trend. Dabei sei Yoga viel mehr als akrobatische Übungen, sagt Jessica Fink vom Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland.

"Es ist eine Philosophie, die auch Meditation und Atemübungen beinhaltet."

Doch nicht nur auf der Yogamatte wird diese Idee verfolgt. Menschen haben die Idee für ihre Leidenschaft adaptiert.

Der Berufsverband stemmt sich nicht gegen die neuen Spielarten - fördert sie aber auch nicht. "Es könnte sein, dass die Menschen dadurch entdecken, dass mehr dahinter steckt", sagt Fink.

Ihr wollt Beispiele? Hier gibt es acht Yoga-Trends:

Fahrrad-Yoga

"Das ist für Typen, die keinen Bock auf die Matte haben, aber wissen, dass es gut für sie wäre", sagt Fahrrad-Yoga-Erfinder Heinrich Strößenreuther in Berlin. Die Übungen sollen in den Fahrradalltag integrierbar sein, etwa beim Aufschließen oder Auf-die-Ampel-Zurollen.

"Den Großteil der Übungen bekommt keiner mit", sagt er. Möglichen Fremdschäm-Momenten will er vorbeugen.

Eigentlich, fügt er noch an, müsste jemand auch mal eine Auto-Yoga ausarbeiten - die Fahrer seien nämlich noch gestresster, bräuchten noch mehr "8samkeit".

Bier-Yoga

Statt "Ooom" heißt es beim Bier-Yoga "Prooost". An Stelle eines "Sonnengrußes" gibt es den "Biergruß". Während der Stunde wird die Bierflasche in die Übungen integriert - und auch getrunken.

Eine Übung besteht zum Beispiel darin, die Flasche freihändig auf dem Kopf zu balancieren - und das auf einem Bein. "Bieryoga ist ein Spaß, aber kein Witz", sagt Jhula, die das Training in Berlin anleitet. Die meisten Teilnehmer kämen nur ein bis zweimal. "Als regelmäßigen Sport nehmen es kaum welche wahr."

Schwarzes Yoga

Zu Heavy Metal, Dark Ambient und Drone-Musik bietet Charlotte Messerschmidt Yoga an. "Zwischendrin mal etwas lauter und heftiger, das passt gut, wenn man eine kräftigere Pose wie den Krieger macht", sagt sie. Am Anfang und am Ende sei die Musik aber ruhiger.

Die Suche nach einem Raum in Berlin sei nicht ganz einfach gewesen - viele Vermieter hätten gleich an satanistische Rituale gedacht. Dabei hat Messerschmidt nur einen schwarzen Vorhang und ein paar Kerzen für ein bisschen Atmosphäre.

Nackt-Yoga

"Kleidung stört beim Yoga", findet Roland Hiering in Vaterstetten bei München. Das sehe man schließlich bei den indischen Yogis, die bei den Übungen fast nichts tragen oder in weite Tücher gehüllt sind. "Da geht es auch um energetische Aspekte."

Nackt sehe man auch am besten, wenn nach ein paar Wochen Training eine kleine Fettschwarte verschwinde, sagt Hiering. Und überhaupt: "Alles ist ohne Kleidung angenehmer."

Luft-Yoga oder Aerial-Yoga

In einem Trapeztuch von der Decke herabhängen - auch dabei kann man Yoga machen. "Das bringt ganz andere Anforderungen an die Koordination und Balance mit sich, auch an das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln", sagt Aerial-Yoga-Trainerin Yvonne Graf aus Neu-Ulm.

So aktiviere man tiefliegende Muskelgruppen, die man nicht willentlich zusammenziehen kann. Außerdem könne man damit herumschwingen, "und Spaß haben wie zuletzt als Kind".

Hunde-Yoga

Einer der vielen Yoga-Trends, der von den USA ausgehend in die Metropolen der Welt vordringt. Dabei müssen sich die Hunde nicht wirklich anstrengen - Herrchen oder Frauchen aber schon.

Zu den Posen gehört: Im Sitzen über die Beine beugen und dabei den Hund kraulen oder den Hund hoch über den Kopf heben - wohl eher für Pudel als für Bernhardiner. In Deutschland scheint DOGA (Dog Yoga) noch nicht so weit verbreitet zu sein. Da kommt schon der nächste Hype aus Amerika: Yoga mit Ziegen.

Stand-Up-Paddel-Yoga

"Auf dem Board kann man gar nicht anders, als achtsam und konzentriert zu sein", sagt Claudia Halberkamp. Sie bietet die kurz SUP-Yoga genannte Spielart in Lindau am Bodensee an.

Wer mit den Gedanken abschweife, fliege ins Wasser. Auch die Natur helfe dabei, Ruhe in die Gedanken zu bringen, runterzukommen. "Wenn man auf dem Board sitzt, kann man nicht mehr in Gedanken den Einkaufszettel durchgehen."

Wasser-Yoga

Wasserkrokodil, Wasserkatze und Wasserbaum - Claudia Cornelius kann viele Tiere und Pflanzen imitieren. Die Trainerin aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen gibt zur Unterstützung auch mal eine Poolnudel mit.

Betont aber: Wasser-Yoga ist keine Wassergymnastik. Vielmehr wird der Körper sehr langsam im 35 Grad warmen Wasser gedehnt. "Bei der Gehmeditation durch das Poolbecken schweb man achtsam, die Schwerkraft ist ein wenig aufgehoben und man könnte meinen, man befindet sich auf einem Mondspaziergang - leicht und frei."

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