Nach dem Ende des Schulz-Hypes: SPD-Kandidat erklärt, was sein größter Fehler war

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MARTIN SCHULZ
Nach Ende des Schulz-Hypes: SPD-Kandidat gibt zu, was sein größter Fehler war | Thomas Trutschel via Getty Images
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  • SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz glaubt, er habe sich im Wahlkampf zu sehr zurückgehalten
  • Die SPD liegt in aktuellen Umfragen nur noch bei 23 Prozent

Der Glanz ist weg. Nach einem kurzen Höhenflug ist die SPD mit Kanzlerkandidat Martin Schulz vor dem Bundesparteitag am Wochenende auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Umfragen sehen die Sozialdemokraten nur noch bei 23 bis 25 Prozent.

Martin Schulz hat jetzt im Interview mit dem "Stern“ einen großen Fehler zugegeben. Er habe sich in Zeiten des SPD-Höhenfluges zu sehr zurückgenommen. "Ich hätte durchziehen müssen“, erklärte Schulz.

Der Hype um ihn als Spitzenkandidat sei ihm unangenehm gewesen. "Ich habe mich damit nicht wohlgefühlt. Manches war mir peinlich", sagte Schulz.

Im März hatte die SPD mitunter Umfragewerte von 33 Prozent erzielt – und war so mit der Union gleichgezogen und hatte sie teilweise überholt. SPD-Anhänger und viele junge Menschen feierten Schulz im Netz lange als "Gottkanzler“.

Schulz: "Das ist nicht mein Ding"

Nach drei verlorenen Landtagswahlen wuchs die Kritik an Schulz. Der verteidigte jetzt seine Entscheidung, nicht das Amt des Außenministers übernommen zu haben, sondern seinen Wahlkampf auf kleine Veranstaltungen in ganz Deutschland zu verlagern.

"Ich kann ihr nicht vormittags dienen und nachmittags über die Dörfer ziehen und sagen, die Kanzlerin muss weg. Nee, nicht mein Ding“, sagte Schulz dem "Stern“. Der Wahlkampf werde nicht im Weißen Haus entscheiden, sagte der SPD-Chef in Hinblick auf Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Am Wochenende wollen die Sozialdemokraten in Dortmund ihr Wahlprogramm verabschieden. Die SPD plant mit umfassenden Steuern- und Rentenreformen ins Rennen zu gehen.

So will die SPD unter anderem den Spitzensteuersatz auf 48 Prozent anheben und den Solidaritätszuschlags für untere und mittlere Einkommen abschaffen.

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(ben)

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