Nach Abschuss eines syrischen Jets: Für Sahra Wagenknecht besteht die reale Gefahr eines Weltkrieges

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WAGENKNECHT
Sarah Wagenknecht droht vor einem offenen Krieg zwischen Russland und den USA. | TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
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  • Für Sahra Wagenknecht besteht mittlerweile die Gefahr eines Krieges zwischen Russland und den USA
  • Die Linken-Politikerin verlangt von der Bundesregierung, deutsche Soldaten aus der Krisenregion im Nahen Osten abzuziehen
  • Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist spätestens seit dem Abschuss einer syrischen Militärmaschine stark angespannt

Nachdem die USA einen syrischen Militärjet abgeschossen haben, ist das Verhältnis zum Rivalen Russland stark angespannt. Jetzt greift die Krise auch auf die deutsche Politik über: Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht warnte davor, es bestehe die Gefahr eines Weltkrieges.

Mittlerweile sei die Gefahr eines Krieges zwischen den USA und Russland sehr real, so Wagenknecht. Eine dramatische Eskalation habe eingesetzt, wie man sie seit der Kuba-Krise nicht mehr gesehen habe, zitiert die Zeitung "Die Welt" die Politikerin.

"Die Bundesregierung muss sofort handeln und die deutschen Soldaten aus der Konfliktregion zurückziehen“, forderte Wagenknecht. "Die Bundeswehr darf nicht Teil dieses Kriegsszenarios werden.“

Regierung Merkel müsse möglichen Weltkrieg verhindern

Wagenknechts Partei hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgefordert, eine Erklärung zum Syrienkonflikt abzugeben. Zudem solle die Regierung nun die Initiative ergreifen, um die Gefahr eines Weltkrieges zwischen den beiden Atommächten USA und Russland zu verhindern, schreibt die "Welt".

Die USA versuchen derweil, etwas für Entspannung zu sorgen. Der US-Generalstabschef Joseph Dunford erklärte am Montag, man wolle nun wieder mit Russland Kontakt aufnehmen, um Zwischenfälle im syrischen Luftraum zu verhindern.

Die Regierung im Kreml hatte die Kontakte zuvor als Antwort auf den Abschuss des Kampfjets ausgesetzt. Der Abschuss sei ein "Akt der Aggression" gewesen. In Zukunft wolle man alle Objekte im russischen Einsatzgebiet über Syrien als Ziel betrachten, schreibt "Die Welt" über die angekündigten Pläne des Kremls.

USA verteidigen den Abschuss

Aus Sicht der Vereinigten Staaten war der Abschuss legitim. Der Flieger habe von den USA unterstützte Rebellen mit Bomben angegriffen. Die Rebellen würden in der Region gegen die bewaffneten Islamisten des sogenannten Islamischen Staates kämpfen.

Die syrische Regierung bestreitet diese Darstellung. Aus ihrer Sicht habe das Kampfflugzeug IS-Kämpfer im Visier gehabt, als es abgeschossen wurde.

Der Abschuss ist deshalb bedeutend, weil er eine direkte Konfrontation zwischen den USA und Syrien darstellt. Zum ersten Mal im Bürgerkrieg wurde ein Kampfflugzeug der Syrier abgeschossen.

USA bombardierten Gehilfen Assads

Die USA beschränkten sich zuvor meist darauf, regierungstreue Einheiten sowie vom Iran unterstütze Kämpfer anzugreifen, schreibt die Zeitung.

Russland unterstützt im Bürgerkrieg den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Zugleich kämpfen Putins Truppen gegen den IS, welcher auch aus russischer Sicht als Bedrohung wahrgenommen wird.

Die USA führen ein internationales Bündnis zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

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(jg)

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