Rückschlag für Donald Trump: Der Ford Focus wird bald ausgerechnet in China produziert

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FORD FOCUS
Ford gab am Dienstag bekannt, das für Mexiko geplante Werk, in China bauen zu wollen. | Rebecca Cook / Reuters
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  • Ford gab am Dienstag bekannt, ein Werk nach China zu verlegen
  • Donald Trump hat stets dafür geworben, die Arbeitsplätze in den USA zu halten
  • Seine Reaktion fiel verhalten aus

Das ist ein Schlag ins Gesicht von US-Präsident Donald Trump.

Der Automobilhersteller Ford hat entschieden, ein neues Werk in China zu bauen. Auf Druck von Trump hatte der Automobilhersteller zunächst seine Pläne verworfen, das neue Werk für 1 Milliarde Dollar in Mexiko zu bauen.

Doch das bedeutet nicht, dass Ford in den USA bleibt. Nun soll der Focus-Kleinwagen also in Asien produziert werden. Das gab Ford am Dienstag bekannt.

Zur Zeit baut Ford den Focus noch in den Fabriken in Wayne, Michigan. Die Ausstattung wird in Deutschland und China produziert. Die Pläne, die Produktionsstätte zu verlegen, fasste Ford aufgrund der niedrigeren Lohnkosten.

Trump drohte Ford

Noch im Januar gab Ford dann aber bekannt, dass sie das Projekt über den Haufen geworfen hätten, nachdem das Unternehmen harte Kritik von US-Präsident Trump bekommen hatte. Dieser drängte Hersteller dazu, Jobs in den USA zu sichern.

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Trump nannte den Plan, das Werk nach Mexiko zu verlegen eine “absolute Schande” and drohte damit Strafzölle auf Ford-Fahrzeuge zu erheben, die in Mexiko produziert wurden.


"Bloomberg" zufolge plant der Autohersteller jetzt, die in China produzierten Fahrzeuge am US-Markt zu verkaufen.

Wenn die Verlagerung abgeschlossen ist, wird der Focus der nach Verkaufszahlen stärkste Automobil-Export von China in die USA sein.

Die Entscheidung sei aus wirtschaftlichen Gründen getroffen worden

Joe Hinrichs, der Leiter von Fords internationalen Geschäften, hat niedrigere Kosten als Grund für das Outsourcing der Produktion nach China angegeben. Das Unternehmen würde eine Milliarde Dollar sparen, wenn sie den Focus in China statt in Mexiko bauen, so Hinrichs.

“[Wir] haben uns Gedanken darüber gemacht, wie wir im Kleinwagen-Segment erfolgreicher sein und wirtschaftlich sinnvoll noch mehr Auswahlmöglichkeiten für die Kunden liefern können”, sagte er in einem Statement.

Er sagte außerdem, dass die Einsparungen so hoch seien, dass die Entscheidung, in China zu produzieren selbst dann noch wirtschaftlich wäre, wenn der Kongress entscheide, Zölle auf im Ausland produzierte Waren, erhöbe.

“Wir denken, dass die erheblichen Einsparungen jegliche Risiken, die mit Maßnahmen an der Grenze verbunden sind, überwiegen”, sagte Hinrichs.

Die Arbeitsplätze in den USA sollen sicher sein

Ford betonte, dass keine amerikanischen Jobs durch den Umzug nach China verloren gehen würden. Ab Ende 2018 wird sich das Werk in Michigan einfach auf den Bau größerer, profitablerer Autos konzentrieren. Wie zum Beispiel den Ranger Mittelklasse Pick-Up-Truck.

Der Automobilhersteller gab am Dienstag außerdem bekannt, dass er 900 Mio. US-Dollar in eine Fabrik in Kentucky investieren will, die große SUVs wie den Lincoln Navigator bauen soll. Dies würde 1000 jobs im Werk sichern.

Noch keine Reaktion von Donald Trump

Obwohl Trump selbst sich noch nicht zu den Neuigkeiten geäußert hat, reagierten die Mitglieder seines Stabs bisher sehr verhalten.

Laut der "New York Times" wich der Pressereferent des Weißen Haus Sean Spicer der Frage aus, indem er sagte, dass eine Steuerreform die Produktion in den USA ankurbeln soll.

“Der allgemeine Konsens ist, dass der Präsident ein Steuersystem schaffen will, dass Unternehmen dazu ermutigt, Jobs und Fabriken zurück hierher zu bringen”, sagte Spicer.

In einem Statement sagte Wirtschaftsminister Wilbur Ross, dass der Umzug von Ford zeige, wie flexibel multinationale Unternehmen in Bezug auf ihren Standort seien.

Der Standort China wird interessanter

Analysten interpretieren, dass das Wagnis von Ford in China zu produzieren, ein mögliches Zeichen dafür sein könnte, dass das Land eine größere Rolle in der Automobilproduktion für den US-Markt spielen wird.

“Die Zeiten haben sich geändert”, berichtete David Whiston, Analyst der Automobilbranche, "Bloomberg". “Kein Amerikaner hätte vor 20 Jahren in Erwägung gezogen, ein Auto, das in China gebaut wurde, zu kaufen. Jetzt wollen die Menschen einfach nur, dass ihr Auto funktioniert.”

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost und wurde von Marie-Theres Rüttiger aus dem Englischen übersetzt.

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(lp)

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