Eine 12-Jährige hilft bei der Geburt ihres Bruders - die Aufnahmen sorgen für Diskussionen

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Die Geburt eines Kindes gehört für jede Familie zu den aufregendsten Momenten überhaupt. Für die 12-jährige Jacee Dellapena aus Brandon im US-Bundesstaat Mississippi gilt das in ganz besonderem Maße.

Denn das Mädchen war nicht nur während der Wehen bei ihrer Mutter im Kreißsaal dabei, sondern half sogar dabei mit, ihren kleinen Bruder auf die Welt zu bringen.



Jacee stand am Bett ihrer Mutter, befürchtete jedoch, die Geburt nicht mitverfolgen zu können, da sie so klein ist. “Ich begann zu weinen, weil ich dachte, ich würde nicht sehen, wie er geboren wird", sagte sie dem Nachrichtenportal "Mississippi News".

Der behandelnde Arzt aber hatte eine Idee: Er schlug Jacees Mutter Dede Carraway vor, ihre Tochter bei der Geburt assistieren und den kleinen Jungen so mit auf die Welt holen zu lassen.

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Auch wenn Carraway das so nicht geplant hatte, stimmte sie dem Vorschlag des Arztes zu und erlaubte Jacee, bei der Geburt zu helfen.

Sie sei schrecklich aufgeregt gewesen, gestand die 12-Jährige. “Ich hatte davor schon mal Arzt gespielt, aber das war etwas ganz anderes. Das war ja echt", sagte sie "Mississippi News".

“Ich habe ihn tatsächlich auf die Welt geholt! Ich drückte das Baby etwas nach unten und durfte ihn dann rausziehen.”

Sogar die Nabelschnur durfte Jacee durchtrennen.



Die Eltern waren äußerst stolz auf ihre Tochter und teilten die Fotos der Geburt bei Facebook.

Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, was für ein aufwühlender und emotionaler Moment die Geburt ihres kleinen Bruders für Jacee gewesen sein muss.

Die Aufnahmen bekommen sehr viel Aufmerksamkeit. Tausende Facebook-Nutzer hinterlassen begeisterte Kommentare unter dem Post. Doch auch besorgte User äußern sich zu Wort.

Eine Geburt ist kein Ausflug nach Disneyland

“So ein Erlebnis könnte für ein zwölfjähriges Mädchen traumatisierend sein", schreibt eine Nutzerin. "Ja, eine Geburt ist etwas wundervolles für Erwachsene, aber das ist kein Kinderausflug nach Disneyland."

Eine weitere Nutzerin stimmt dem zu und berichtet aus eigener Erfahrung: “Ich war 13 Jahre alt und dabei, als meine Mutter ein Kind auf die Welt brachte. Das ist vielleicht eine gute Methode zur Geburtenkontrolle - aber ansonsten komplett traumatisierend. Ich habe immer noch Alpträume.”

Einer alberte daraufhin: “Und das war der Moment, in dem Jacee entschied, keine Kinder bekommen zu wollen.” Andere aber fanden das gar nicht so komisch.

“Welcher Arzt lässt eine Zwölfjährige dabei helfen, ein Baby auf die Welt zu bringen? Leben wir denn im Mittelalter? Oder ist das jetzt ein neuer Trend?”, wundert sich eine weitere Frau. “Ich hätte es entsetzlich gefunden, eine Geburt bei meiner Mutter miterleben zu müssen", befindet sie.

Mütter wissen am Besten, was gut für ihr Kind ist

Viele jedoch sind hier anderer Ansicht. “Ich war zwölf Jahre alt, als ich bei der Geburt meiner Schwester dabei war. Es war ein wundervolles Erlebnis und ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Moment miterleben durfte”, schreibt eine Facebooknutzerin.

Eine andere kommentiert: “Es ist in Ordnung, unsere Kinder schrecklichen und unangemessenen Dingen auszusetzen, aber es soll nicht in Ordnung sein, im Kreißsaal dabei zu sein und das Wunder des Lebens mitzuerleben?”

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Eine große Zahl an Kommentatoren ist der Ansicht, eine Mutter wüsste schließlich am Besten, was sie ihrem Kind zumuten könne. Eine Frau fasst bringt es gut auf den Punkt, wenn sie schreibt:

“Manche Kinder könnten von diesem Erlebnis traumatisiert sein. Ich denke, für drei meiner vier Kinder wäre es wundervoll, bei der Geburt eines Geschwisterchens dabei zu sein. Aber eines meiner Kinder würde wahrscheinlich eine Panikattacke bekommen. So wie jede Familie anders ist, ist auch jedes Kind anders. Aber (fast) jede Mutter hat ein starkes Band zu ihrem Kind und weiß, was das Beste für es ist.”

So können wir das guten Gewissens stehen lassen.

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(lk)

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