Boris Beckers Finanzprobleme: Ein Haus in Mallorca könnte ihm zum Verhängnis geworden sein

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BORIS BECKER
Boris Becker ist pleite – ein Haus in Mallorca könnte ihm zum Verhängnis geworden sein | Paul Childs / Reuters
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Ein Londoner Gericht hat den deutschen Ex-Tennis-Profi Boris Becker für bankrott erklärt. Becker soll der Privatbank Arbuthnot Latham & Co eine beträchtliche Summe Geld schulden.

Becker dementierte derweil über seinen Anwalt, pleite zu sein. Das Verfahren habe ein Darlehen betroffen, das der ehemalige Sportler zurückgezahlt hätte.

Dennoch fragen sich viele, wie der erfolgreiche Sportler und spätere Tennis-Trainer so tief in finanzielle Probleme geraten konnte.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge baten Beckers Anwälte vor Gericht um eine Gnadenfrist. Becker könne eine Hypothek auf eine Immobilie in Spanien umschulden, hieß es. Doch die Richterin gab dem nicht statt.

Bei dem Haus könnte es sich um die Finca Son Coll auf Mallorca handeln, die Becker in seiner Autobiographie "Das Leben ist kein Spiel“ thematisiert, berichtet "Focus Online“.

Im Kapitel "Immer Ärger mit der Finca“ beschrieb Becker schon im Jahr 2013 die massiven Unannehmlichkeiten, die ihm das Anwesen beschert habe. "Stress mit Maklern, Handwerkern und Gärtnern“ schildert der ehemalige Spitzensportler.

Immer wieder gerät Becker in große Schwierigkeiten

Rund 500.000 Euro habe das Grundstück Becker im Jahre 1997 gekostet. Doch kurz nach Baubeginn hätten die Behörden Becker ausgebremst. Der Vorwurf: Das Gebäude, das der Sportler errichten wollte, sei so nicht genehmigt.

"Auf Mallorca zu bauen ist a pain in the ass“, schreibt Becker. Erst im Jahr 2007 wird das Gebäude dann fertiggestellt. Nur ein Jahr später soll es bereits verkauft werden – doch für den kolportierten Preis von 15 Millionen Euro will das Luxusanwesen niemand haben.

Dennoch sagt der Preis wohl viel darüber aus, wieviel Boris Becker in den Bau der Finca investiert hat.

Dann 2011 hat Becker wieder Ärger in Mallorca: Denn die von ihm beauftrage Gartenbaufirma fordert von dem Sportler im Ruhestand mehrere hunderttausend Euro. Der entgeht der Pfändung: bezahlt die Summe von insgesamt offenbar über 800.000 Euro.

Auch seine Haushälter wollen Geld – und Becker kommt mit dem Zahlen nicht nach. Um rund 100.000 Euro geht es im Dezember 2015. Wieder droht die Zwangsversteigerung, wieder entgeht Becker gerade so der Pleite.

Nun also noch mehr Ärger mit der Finca. Das Gericht räumt dem Tennis-Star nicht die Möglichkeit ein, das Geld aufzutreiben. Und der Wert des Mallorca-Anwesens sinkt.

6 Millionen Euro, das ist der Wert, von dem im Londoner Gerichtssaal die Rede ist.

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(poc)

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