Spicer vor dem Aus: Sogar Trump kann seinen Pressesprecher offenbar nicht mehr hören

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SEAN SPICER
Spicer vor dem Aus: Sogar Trump kann seinen Pressesprecher nicht mehr hören | Joshua Roberts / Reuters
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  • US-Präsident Trump will offenbar seinen Regierungssprecher absägen
  • Die "Washington Post" berichtet, Spicer solle versetzt werden

Er kann einem fast leidtun. Wenn Sean Spicer, Sprecher des Weißen Hauses, sich den Fragen der Reporter stellt, wirkt er oft völlig überfordert. Spicer verkrampft sein Gesicht, stottert, wiederholt immer wieder offensichtlich auswendig gelernte Beschwichtigungsformeln.

Schnell wurde der Pressemann bei Kritikern des Präsidenten so zu einem Sinnbild für Donald Trumps erste Monate im Amt.

Trump will nun offenbar einen Neuanfang wagen. Das Weiße Haus erwägt einem Insider zufolge Spicers Versetzung. Die "Washington Post" will von einem hochrangigen Mitarbeiter im Weißen Haus erfahren haben, dass Trump plane, Spencer aus der Öffentlichkeit zu ziehen.

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Das Weiße Haus habe bereits bei mehreren Republikanern angefragt, ob sie in der Kommunikationsabteilung der Regierung arbeiten wollen.

Spicer könnte in Zukunft weiter im Kommunikationsteam Trumps arbeiten – aber einen Job hinter den Kulissen bekleiden. Schon lange berichten Medien, dass Spicer beim Präsidenten in Ungnade gefallen sei.

Der Sprecher muss derzeit sogar in zwei Funktionen arbeiten. Denn seit Michael Dubkes Rücktritt im Mai ist Spencer auch Kommunikationschef des Weißen Hauses.

Journalisten sind wütend auf Spicer

Auch mit vielen Medienvertretern hat Spicer sich überworfen. Aus Sicht von CNN-Starreporter Jim Acosta ist der US-Regierungssprecher verbraucht: "Der Pressesprecher gelangt an einen Punkt, wo er regelrecht nutzlos ist", sagte Acosta im CNN-Fernsehen. Spicer beantworte Journalistenfragen unzulänglich, aber das sei längst nicht alles.

Acosta reagierte auch auf das neue Vorhaben des Weißen Hauses, für einen Teil der täglichen Presse-Briefings keine Kameras oder professionelle Tonaufnahmen mehr zuzulassen. Bisher war ein großer Teil der Briefings frei zugänglich in alle Welt übertragen worden. Spicer macht jetzt einen Teil der Informationen aber nur noch einem kleinen Kreis von Reportern zugänglich.

Anscheinend etabliere sich zunehmend als neue Norm, "dass dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ermöglicht wird, sich zu isolieren und keine harten Fragen zu beantworten", sagte der CNN-Reporter. "Er hat seit Februar keine richtige Pressekonferenz mehr abgehalten."

Mit Material der dpa.

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(mf)