Spekulation nach Tod: Wurde US-Student Otto Warmbier in Nordkorea vergiftet?

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OTTO WARMBIER
Spekulation nach Tod: Wurde US-Student Otto Warmbier Nordkorea mit einem Biokampfstoff vergiftet? | Xinhua News Agency via Getty Images
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  • Die "Welt" berichtet, die US-Regierung habe Otto Warmbier mit einem Spezialflugzeug für Seuchengebiete aus Nordkorea abholen lassen
  • Der Verdacht: Warmbier könnte vom kommunistischen Regime mit einem Biokampfstoff infiziert worden sein

Der plötzliche Tod des US-Studenten Otto Warmbier beschäftigt die Politik und die Medien. Denn noch immer ist unklar, was dem Amerikaner in der Haft in Nordkorea eigentlich zugestoßen ist.

Warmbier war 2016 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Vergangene Woche ließ ihn das kommunistische Regime frei. Am Montag verstarb Warmbier in den USA, nach Darstellung der Ärzte hatte er schwere Hirnschäden erlitten.

Laut Aussagen der Führung in Pjöngjang sei Warmbier während der Haft in Nordkorea an einer schweren Nahrungsmittelvergiftung erkrankt.

Die US-Regierung habe jedoch einen schlimmen Verdacht, berichtet die "Welt". Denn sie habe zur Abholung von Warmbier einen Privatjet entsandt, mit dem sonst Helfer aus dem Ebola-versuchten Liberia ausgeflogen worden seien.

Die Theorie dahinter: Das nordkoreanische Regime könnte den Studenten mit einem Biokampfstoff infiziert haben.

Das spricht für die Theorie

Dafür spreche, dass die Ärzte bei Warmbier keine "akuten" Anzeichen für eine Lebensmittelvergiftung festgestellt hätten. Verdächtig sei zudem, wie hektisch Nordkorea auf die Entlassung von Warmbier gedrängt habe.

Für die Theorie spricht außerdem, dass der Halbbruder des Diktators Kim Jong-un, Kim Jong-nam, im Februar in Malaysia vergiftet wurde. Zwei nordkoreanische Agentinnen sollen laut südkoreanischen Medien den Anschlag verübt haben.

Noch ist nicht abschließend geklärt, woher die gesundheitlichen Schäden von Warmbier rührten. Nach Meinung von Medizinern könnten die Schädigungen im Hirn von einem Sauerstoffentzug stammen. Hinweise auf ein Trauma, etwa durch Schläge auf den Kopf, hätten sich zunächst nicht gefunden.

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Mit Material der dpa

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