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20/06/2017 16:01 CEST

Schneller, leiser, umweltfreundlicher: Bereits 76 Vorbestellungen für Concorde-Nachfolger Boom

Boom
Schneller, leiser, umweltfreundlicher: Bereits 76 Vorbestellungen für Concorde-Nachfolger Boom

  • Das junge US-Unternehmen Boom arbeitet an einem Überschalljet, der wie die Concorde die Reisezeiten verkürzen soll

  • Bereits 76 Bestellungen gebe es für den Boom-Jet, sagte der Unternehmenschef

  • Ab 2023 sollen die ersten Jets im Linienverkehr starten

Die Rückkehr des Überschallflugs im herkömmlichen Flugverkehr rückt näher. 13 Jahre nach dem Aus für die legendäre Concorde macht sich das junge US-Unternehmen Boom daran, einen bis zu 55-sitzigen Überschalljet auf den Markt zu bringen.

Bereits 76 Bestellungen von fünf Fluggesellschaften habe das Unternehmen einsammeln können. Das sagte Boom-Gründer und Vorstandschef Blake Scholl am Dienstag auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.

Boom im Vergleich: Schneller, leiser, umweltfreundlicher

Mit "Mach 2,2", also mehr als doppelter Schallgeschwindigkeit, soll der Boom-Jet noch schneller unterwegs sein als die legendäre Concorde. Wie schon seine Vorgängerin soll das neue Überschall-Flugzeug die Reisezeit von herkömmlichen Passagierjets halbieren.

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Der Boom-Jet, im Vordergrund, und die kleinere Testversion XB-1, genannt "Baby-Boom"

"Die Strecke Paris - New York wäre dann statt in sieben Stunden in dreieinhalb Stunden zu schaffen", sagte Scholl. Die Airlines, die den Flieger kauften, könnten sich damit von Wettbewerbern abheben, so das Verkaufsargument von Boom.

Zudem soll der neue Überschall-Jet leiser sein und weniger Sprit als das französisch-britische Original verbrauchen. "Er wird etwa 30 Prozent leiser sein als die Concorde", betonte Scholl.

Milliardär Branson sei Erstkunde

Auch sicherer sollen die Maschinen werden, berichtet die "Wirtschaftswoche". Ein fataler Absturz 2000, sowie der enorme Treibstoffverbrauch und die immense Lautstärke bedeuteten das Ende für den Concorde-Betrieb im Jahr 2003.

Erstkundin von Boom ist die britische Fluglinie Virgin Atlantic des Milliardärs Richard Branson. Weitere Auftraggeber will Scholl erst nach und nach vorstellen.

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Die drei Boom-Gründer: Blake Scholl, Joshua Krall und Joe Wilding (v.l.n.r.) vor dem XB-1

Das erste Exemplar des Boom-Jets solle im Jahr 2023 in den Linienverkehr starten. Die kleinere Testversion XB-1, genannt "Baby-Boom", soll bereits Ende 2018 zu ihrem Erstflug abheben. Bei der Entwicklung geht das Unternehmen schrittweise vor. "Sobald wir für den 'Baby-Boom' die nötigen Zulassungen haben, machen wir uns an die große Maschine", so Scholl.

Listenpreis liegt bei 200 Millionen US-Dollar

Der Listenpreis liegt bei 200 Millionen US-Dollar (179 Mio Euro) und damit etwas weniger als die kleinsten Großraumjets von Airbus und Boeing. Allerdings mache Boom das branchenübliche Spiel mit hohen Rabatten nicht mit, sagte Scholl.

Dabei erwartet er, dass sich der Boom-Flieger mit bis zu 55 Fluggästen für Airlines besser rechnet als die Concorde mit mehr als 100 Sitzplätzen. Denn der in den 1960er Jahren entwickelte Jet sei praktisch nie ausgebucht gewesen.

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(mf)