"Deutschland den Deutschen": Aufgetauchte Chat-Nachrichten zeigen, wie wahnsinnig AfD-Mann Poggenburg ist

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POGGENBURG
"Deutschland den Deutschen": Aufgetauchte Chat-Nachrichten zeigen, wie wahnsinnig AfD-Mann Poggenburg ist | Getty
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  • In einem Chat der AfD Sachsen-Anhalt hat der Landesvorsitzende Poggenburg rechte Parolen verwendet
  • Der Chatverlauf ist nun aufgetaucht

Ein geleakter Chatverlauf bringt den AfD-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, in Bedrängnis.

Mehr als 8000 Beiträge einer internen WhatsApp-Gruppe der AfD Sachsen-Anhalt sind auf der linken Webseite "Indymedia" gelandet. Der AfD-Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidat Andreas Mrozek bestätigte der "Berliner Morgenpost" auf Nachfrage die Echtheit der Nachrichten.

Der Inhalt ist hoch brisant: Von Säuberungsaktionen unter Journalisten ist die Rede, Poggenburg greift gar zu rechtsradikalen Parolen und irritiert mit Aussagen zu "Erweiterung der Landesgrenzen".

"Deutschland den Deutschen" schreibt Poggenburg

Eingerichtet habe die Gruppe der Landtagsabgeordnete Mrozek. 200 Mitglieder aus der AfD Sachsen-Anhalt würden daran teilnehmen, berichtet die "Berliner Morgenpost". Ein Kreisvorsitzender habe die Mitglieder mehrfach ermahnt, im Chat vorsichtiger zu agieren - wohl aus Angst vor Maulwürfen.

An den Rat hielt sich Poggenburg offenbar nicht. Auf dem Weg zu einem Treffen zur Vorstellung der Bundeswahlkampagne hat er "Deutschland den Deutschen" in den Chat geschrieben. Die rechtsradikale Parole versah er noch mit einem Smiley.

Die "Berliner Morgenpost" weist jedoch darauf hin: Der stellvertretende Vorsitzende der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Ralph Weber, ist für dieselbe Aussage abgemahnt worden. "Insbesondere ist die Äußerung 'Deutschland den Deutschen' als gebräuchliche Kampfparole der NPD bekannt", hieß es damals.

Wie wäre es mit einer "Erweitung der Außengrenzen"?

Auch zum Verhältnis der AfD zu rechten Gruppierungen wie der Identitären Bewegung und Pegida äußert sich Poggenburg in der Chatgruppe. Ein Mitglied forderte mehr Anerkennung für die Bewegungen innerhalb der Partei.

Poggenburg dazu: "Leute macht ruhig... Wir distanzieren uns weder von IB noch von Pegida, aber wir lassen uns von außen auch durch nichts und niemanden lenken oder vereinnahmen."

Und noch eine weitere Aussage von Poggenburg irritiert: Er forderte eine Schulung zur "Landesverteidigung und Terrorabwehr". Mit einem Fragezeichen ergänzte er: "Und... Erweiterung der Außengrenzen?"

Poggenburg gehört zum rechts-nationalen Flügel der AfD. Im Februar hatte der AfD-Landeschef gesagt: "Helfen Sie dabei, die Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden."

AfD-Mitglied will Säuberungswelle

Weitgehend unwidersprochen in der Gruppe bleibt die Forderung zudem nach einer Säuberungswelle unter Journalisten durch einen Beisitzer eines Kreisverbandes. Nach der "Machtübernahme muss ein Gremium alle Journalisten und Redakteure überprüfen und sieben", schreibt der Mann.

Die Chatgruppe gebe es weiterhin, berichtet die "Berliner Morgenpost".

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(poc)