Panik am Brüsseler Hauptbahnhof: Nach einer Explosion erschießen Soldaten einen Mann

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  • Am Brüsseler Hauptbahnhof hat es am Dienstagabend eine Explosion gegeben
  • Soldaten haben einen Verdächtigen niedergeschossen
  • Der Mann soll einen Sprengstoff-Gürtel getragen haben
  • Im Video oben seht ihr die Momente nach der Explosion

In Brüssel ist es am Dienstagabend zu einer Explosion gekommen. Soldaten erschossen einen Verdächtigen. Der Hauptbahnhof sei evakuiert worden, berichteten Nutzer auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Das sind die wichtigsten Informationen aus Brüssel in der Übersicht:

1. Explosion im Zentralbahnhof

Es war ein ungewöhnlich lauer Abend in Brüssel, überall im historischen Stadtzentrum genoßen Menschen in Straßencafés den Ausklang des Tages - da brach plötzlich Unruhe aus: Aus dem Zentralbahnhof war eine kleine Explosion zu hören. Es war gegen 20.30 Uhr. Ein Foto machte später die Runde: Ein Feuerschein wie ein brennender Busch in der Bahnhofshalle.

Im Gebäude gerieten Menschen in Panik, wie Augenzeugen berichten. Etwa 100 Personen, so schätzt später eine Mitarbeiterin der belgischen Bahn, waren zu dem Zeitpunkt im Bahnhof.

Dort waren auch, wie seit den Terrorattacken im vorigen Jahr fast überall an öffentlichen Plätzen in Belgien, Soldaten mit der Waffe im Anschlag. Sie schritten nach Angaben der Staatsanwaltschaft sofort ein und schoßen auf einen Mann, der für die Explosion verantwortlich sein soll.

Dieser fiel zu Boden. Noch Stunden später lag der Niedergeschossene im Gebäude, berichten verschiedene Medien. Zuerst musste die Polizei sichergehen, dass der Mann keine weiteren Sprengkörper auf sich getragen oder deponiert hatte.

Laut mehreren Berichten habe der Verdächtige einen Sprengstoff-Gürtel getragen. Augenzeugen berichten, er habe zudem "Allahu Akbar" gerufen.

2. Der Bahnhof liegt in unmittelbarer Nähe zum bei Touristen beliebten Zentrum Brüssels

Der Brüsseler Zentralbahnhof ist mitten in der Innenstadt, unweit der prächtigen Grand-Place, einer der wichtigsten Touristenattraktionen der belgischen Hauptstadt. Zudem sind vom Zentralbahnhof auf die wichtigsten Gebäude der Europäischen Union, etwa die Niederlassung der EU-Kommission, bequem zu Fuss erreichbar.

brüssel

Doch trotz der Explosion und den Schüssen: Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa, die Grand-Place sei weiter belebt geblieben. Gerüchte von einer Räumung erwiesen sich als falsch.

In den Straßencafés saßen Stunden später immer noch Menschen und tranken entspannt ihr Feierabendbier. Fast so, als wäre nichts gewesen.

3. Behörden räumten den Tatort

Die Sicherheitskräfte evakuierten die Reisenden aus dem Bahnhof. Danach durchkämmten sie ihn auf der Suche nach möglichen weiteren Tätern - und auch nach Opfern. Doch zum Glück wurde bis auf den Täter niemand verletzt oder gar getötet.

Rund um den Zentralbahnhof wurde alles abgesperrt, Polizeiwagen und Ambulanzen fuhren auf. Polizisten baten Passanten, sich zu entfernen.

Möglichst solle man geschlossene Räume aufsuchen. Kaum einer leistet dem jedoch Folge. Anwesende beschrieben die Lage als sehr unaufgeregt.

Fotos auf Twitter zeigen Einsatzkräfte vor Ort.

Die Brüsseler Polizei teilte am Dienstagabend auf Twitter mit, die Situation sei unter Kontrolle.

4. Niedergeschossener Terrorverdächtiger ist tot

Nachdem sich die Explosion ereignete, schossen Soldaten einen Mann nieder. Dieser Verdächtige ist mittlerweile gestorben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Mittwoch mit, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. "Der Mann wurde neutralisiert", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Einige Augenzeugen gaben Informationsfetzen weiter, so wie der Bahnhofsvorsteher Jean-Michel Michel. Er habe die Explosion gehört und den Täter gesehen, sagte er zur Nachrichtenagentur dpa. Und er habe gehört, wie der Mann in den Dreißigern "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gemurmelt habe - gemurmelt, nicht gerufen.

5. Belgier ermitteln wegen Terrorverdacht

Inzwischen wurde die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ihr Sprecher Eric van der Sijpt eilte nach der Explosion zum Tatort und bestätigte vor laufenden Kameras: "Wir behandeln das als Terroranschlag."

Die Lage sei unter Kontrolle. Viel mehr gab er nicht preis.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel kündigte für den Mittwochvormittag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats an. Die Terrorwarnstufe im Land wurde zunächst aber nicht auf das höchste Niveau angehoben.

Dies solle nur dann geschehen, wenn es Hinweise geben sollte, dass es ein weiterer Terroranschlag unmittelbar bevorsteht, hieß es. Nach bisherigen Erkenntnissen sei dies nicht der Fall.

6. Brüssel macht sich bereit für einen Tag wie (fast) jeder andere

Die Polizei berichtete am späten Dienstagabend auf Twitter, noch sei nicht klar, ob es am Mittwoch zu Verspätungen des Zugverkehres kommen werde. Man werde aber zu gegebener Zeit informieren.

7. Brüssel war bereits zuvor Ziel von Terroristen

Belgiens Hauptstadt war bereits mehrfach von Anschlägen erschüttert worden. Im März 2016 hatten mehreren Bomben islamistischer Attentäter am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet.

Im Mai 2014 erschoss im Jüdischen Museum ein französischer Islamist vier Menschen. Seitdem gehören nicht nur Polizisten, sondern auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Militärpatrouillen zum Stadtbild.

Mit Material der dpa

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(jg)