Hamburger Gymnasium verbietet freizügige Kleidung - das hat gravierende Folgen für Mädchen

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Aufschrei in Hamburg: Gymnasium verbietet zu freizügige Kleidung | Getty
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An Hamburgs Schulen bahnt sich ein Kleiderkampf an. Nach drei katholischen Schulen und dem bekannten Johanneum hat nun ein weiteres Gymnasium strengere Kleidervorschriften erlassen.

Dass die Schüler laut Hausordnung Mützen und Hoodies abnehmen sollen, sollte insbesondere im Sommer für wenig Diskussionen sorgen.

Brisanter sind jedoch die weiteren Vorgaben: "Auch bei sommerlichen Temperaturen ist auf zu freizügige Kleidung zu verzichten. Darunter verstehen wir z. B. übertiefe Dekolletés, bauchfreie Shirts, pofreie Shorts, zu kurze Röcke etc.", zitiert die Lokalzeitung "Hamburger Abendblatt" aus der Schulordnung.

Selbstauferlegte Einschränkungen

Die Schüler haben sich die Einschränkungen jedoch selbst auferlegt. Das Schülersprecherteam habe einstimmig für den neuen Kleidungskodex gestimmt, sagt die Hamburger Schulbehörde. Allerdings hätten auch mehrere Lehrer gegen die Entscheidung gestimmt.

Jede Schule kann ihre Hausordnung selbst beschließen - Eltern, Lehrer, Schüler und Schulleitung müssen sich nur einig sein.

Schulleiterin: "Lehrer können nicht Versäumnisse der Eltern korrigieren"

Schulleiterin Maike Languth sieht Mütter wie Väter mehr in der Pflicht. "Es geht nicht an, dass wir Lehrer in zunehmendem Maße die Versäumnisse von Eltern korrigieren sollen", sagt sie und spielte damit auf unangebrachte Kleidung an.

Die katholische Sophie-Barat-Schule war 2015 die erste Schule Hamburgs, die eine Richtlinie zum Dresscode erlassen hat. Aus Sicht von Sprecher Christoph Schommer habe sich die Richtlinie bewährt und für Klarheit gesorgt - "alle halten sich daran".

Schommer unterstreicht jedoch, es gehe nicht um Uniformität, sondern um den Respekt anderen Menschen gegenüber.

Am Gymnasium in Eppendorf waren die ersten Reaktionen größtenteils positiv.

Allerdings zitiert das "Hamburger Abend" auch eine Schülerin mit den Worten: "Ich finde, wir sollten selbst entscheiden dürfen, was wir anziehen – und außerdem sehe ich überhaupt nicht, wozu wir so eine Verordnung brauchen", erklärte sie der Zeitung.

Die Diskussion in Hamburg scheint also noch lange nicht beendet.

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(ben)