POLITIK
19/06/2017 06:54 CEST | Aktualisiert 19/06/2017 06:56 CEST

"Wir buttern jetzt alles rein": Grünen-Politikerin Göring-Eckardt macht eigenwillige Kampfansage

NurPhoto via Getty Images
Die Spitzenkandidatin der Grünen Katrin Göring-Eckardt

Die Grünen sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Auf ihrem Parteitag am Wochenende präsentierte sich die Partei geschlossen wie seit Monaten nicht.

Kein Wunder, dass die häufig kritisierte Grünen-Spitze jetzt auf Angriff schaltet - aber mit durchaus eigenwilligen Worten.

Mit Kiebitze, Bienen und Zitronenfalter in den Wahlkampf

Die Spitzenkandidatin der Grünen Katrin Göring-Eckardt geht davon aus, dass die Partei ihr Ziel noch erreicht, drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden.

"Wenn uns der Wind voll ins Gesicht bläst, sind wir am stärksten. Die Wahl ist völlig offen. Wir können das schaffen. In die nächsten 100 Tage buttern wir jetzt alles rein", sagte sie der "Passauer Neue Presse" in einem Interview. Eine durchaus eigenwillige Kampfansage - war den Grünen doch in den vergangenen Wochen häufig vorgeworfen worden, nicht den richtigen Ton zu treffen, um die Wähler zu erreichen.

Dass die Grünen die Wähler mit ihrem Programm überzeugen können, glauben die Reporter der PNP allerdings nicht. "Mit Klimaschutz und Einsatz für Kiebitze, Bienen und Zitronenfalter lassen sich vielleicht eigene Anhänger überzeugen. Aber der Rest?", fragten sie bei der Grünen-Chefin nach.

Göring-Eckardt ficht das nicht an. Sie sagt:

"Die Themen, die wir besetzen, und die Fragen, die wir aufwerfen, sind sehr relevant. Beim Schutz der Bienen geht es darum, ob wir in Zukunft überhaupt noch regional produzierte Produkte am Obst- und Gemüsestand im Supermarkt haben werden. Welches Essen werden wir auf unserem Teller haben? Wird es verseucht sein mit Gentechnik und Pflanzenschutzmitteln? Wie viel Gülle ist in unserem Grundwasser? Diese Fragen haben mit dem Alltag der Menschen jede Menge zu tun."

Auf direktem Weg in die Opposition?

Tatsächlich haben die Grünen auf ihrem Parteitag auch einige radikale ur-grüne Beschlüsse gefasst: So der Kohleausstieg bis 2030. Dann sollen laut den Grünen auch keine Diesel- und Benzinautos mehr zugelassen werden.

Dass sich die Grünen allerdings im Herbst in einer Regierung wiederfinden ist eher unwahrscheinlich. Denn auf dem Parteitag beschloss die Partei auf dem Kohleausstieg und auf der Ehe für alle zu bestehen. Göring-Eckardt bekräftigte das Versprechen im Gespräch mit der PNP. Mit dem Kohleausstieg tun sich aber Union, FDP und SPD schwer, die Ehe für alle ist vor allem in der Union umstritten.

Das neue Selbstbewusstsein der Grünen könnte die Partei also direkt in die Opposition führen.

Mehr zum Thema: Wieso sich die Grünen mit dem Bundesparteitag aus der Krise befördert haben könnten

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