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19/06/2017 12:43 CEST | Aktualisiert 19/06/2017 14:00 CEST

Brandanschläge auf Bahnanlagen: Linksradikale bekennen sich zu den Attacken

dpa
Nach 13 Brandanschlägen auf Bahnanlagen geht die Polizei von einem Zusammenhang mit dem G20-Gipfel aus.

  • Nach Angaben der Polizei gab es in den vergangenen Tagen 13 mutmaßliche Brandanschläge auf Bahnanlagen

  • Die Anschläge sind vermutlich politisch motiviert

  • Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem G20-Gipfel aus

Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben vermutlich extremistische Täter in mehreren Bundesländern Bahnanlagen in Brand gesteckt. Züge fielen am Montagmorgen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen.

Insgesamt gab es nach ersten Ermittlungen des zuständigen Staatsschutzes etwa ein Dutzend Anschläge.

Betroffen waren nach Angaben der Bundespolizei Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen. Auch in Bremen habe es eine mutmaßliche Brandstiftung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover.

Die Berliner Polizei geht bereits einem möglichen Bekennerschreiben nach. Dieses ist am Mittwochmittag auf der linken Internetplattform "linksunten.indymedia.org" aufgetaucht.

Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster".

Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf.

Widerstand gegen den G20-Gipfel in Hamburg ist vielfach angekündigt worden

Schon zuvor teile das OAZ mit, dass eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werde und Gegenstand weiterer Ermittlungen sei. Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt.

Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel.

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Ermittler gehen von Zusammenhang der Anschläge aus

Bisher seien bundesweit zwölf Brandanschläge auf Bahnstrecken in festgestellt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es zwischen den Bränden einen Zusammenhang gibt. Die Berliner Polizei sprach von 13 mutmaßlichen Anschlägen.

Am Berliner S-Bahnhof Treptower Park wurde vermutlich ein Feuer in einem Kabelschacht gelegt. "Es sieht derzeit danach aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde", sagte ein Polizeisprecher.

In Hamburg gab es zwei Brände an Zuggleisen, im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum brannten Kabel neben den Gleisen. Der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg nach Lübeck war unterbrochen. Die Störung werde vermutlich den ganzen Tag dauern.

Im Raum Leipzig wurden nach Angaben der Bundespolizei seit 2.40 Uhr am Montag Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Stellwerke verübt.

"In einigen Fällen konnten Brandvorrichtungen unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten", sagte ein Sprecher. Zudem sei mit einem Hubschrauber aus der Luft nach weiteren Brandorten gesucht worden.

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(ben)

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