Hunderte Rechtsradikale marschieren in Berlin auf – sie hatten nicht mit dieser Frau gerechnet

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  • Irmela Mensah-Schramm wird für ihren Einsatz gegen Rechts im Netz gefeiert
  • Die 72-Jährige hat die Demonstration gegen die Identitären in Berlin unterstützt
  • Die Aktivistin ist auch für ihre Graffitis gegen Rechts bekannt
  • Die Aufnahmen vom Einsatz seht ihr im Video oben

"Kein Bleiberecht für Nazis und Rassisten" - mit diesem Spruch protestierte Irmela Mensah-Schramm am Samstag gegen Fremdenhass.

Auf Twitter tauchte ein Video auf, das die Aktivistin bei der Demonstration gegen die radikale Identitäre Bewegung in Berlin zeigt.

Mehrere Hundert Rechte wollten unter dem Motto "Zukunft Europa – Für die Verteidigung unserer Identität, Kultur und Lebensweise" vom S-Bahnhof Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof marschieren – und damit für ihr fremdenfeindliches Gedankengut werben.

Die Identitären sind eine völkisch-nationalistisch orientierte Gruppierung in der sich deutschlandweit etwa 400 meist junge Menschen versammelt haben.

Das Video zeigt, wie Polizisten versuchen, Mensah-Schramm dazu zu bewegen, die Sitzblockade zu verlassen. Die Aktivistin bleibt jedoch bei ihrer Haltung und erklärt, dass sie sich mit den jugendlichen Gegendemonstranten solidarisiere.

Zwar gelang es den Beamten schließlich, Mesah-Schramm von der Demonstration zu entfernen.

Den Marsch der Identitären hatten die 1400 Gegendemonstranten zu dem Zeitpunkt jedoch schon gestoppt. Gerade mal einen Kilometer weit marschierten die neuen Rechten.

Die Internetgemeinschaft feiert den Einsatz der Aktivistin. Eine Userin schreibt begeistert: "Können wir Plakate mit dem Zitat und dem Spruch "Sei wie Irmela!" drucken und den ganzen Campus damit plakatieren?"

Irmela Mensah-Schramm - Die Sprayer-Oma

Mensah-Schramm ist kein Neuling im Kampf gegen Rechts. Seit über 30 Jahren übermalt sie rechte Graffitis und entfernt fremdenfeindliche Aufkleber.

Für ihren Einsatz stand die 72-Jährige schon mehrfach vor Gericht. Immer wieder wird sie zu Geldstrafen verurteilt, die sie nicht zahlt.

Am Ende droht ihr vielleicht sogar eine Haftstrafe.

"Sollen sie mich doch ins Gefängnis sperren, ich hatte schon lange keinen Urlaub mehr und darin gibt es sicherlich auch einige Schmierereien, denen ich mich widmen könnte", erklärte Mensah-Schramm der HuffPost.

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(lp)