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18/06/2017 16:14 CEST | Aktualisiert 18/06/2017 16:27 CEST

Freiwillige Helferin enthüllt in TV-Sendung, wie wenig Geld die Feuer-Opfer von London bekommen

Peston on Sunday
Freiwillige Helferin enthüllt in TV-Sendung, wie wenig Geld die Feuer-Opfer von London bekommen

In der Nacht auf Mittwoch spielten sich im Londoner Stadtteil North Kensington dramatische Szenen ab: Das Hochhaus Grenfell Tower stand lichterloh in Flammen. Die Polizei befürchtet mittlerweile 58 Tote - viele von ihnen werden noch immer vermisst, die Bergung hält an.

Und obwohl mittlerweile über drei Millionen Pfund in einem Hilfsfond zusammengekommen sind, sollen die Überlebenden gerade einmal 10 Pfund (umgerechnet 11,44 Euro) erhalten haben. Das berichtet eine freiwillige Helferin.

Die Filmemacherin Nisha Parti hat mitgeholfen, Spenden für die Opfer des Brandes zu sammeln. Jetzt hat sie aufgedeckt, dass die örtlichen Behörden den Überlebenden lediglich eine lächerlich niedrige Summe haben zukommen lassen, nachdem diese in Hotels eingecheckt hatten.

Und das trotz dem drei Millionen Pfund schweren Hilfsfond und den zusätzlichen fünf Millionen Pfund, die Premierministerin Theresa May den Betroffenen versprochen hatte.

Parti sagte am Sonntag in der TV-Sendung "Peston on Sunday", dass Helfer keinerlei Zugriff auf das Geld bekommen würden. "Kensington und Chelsea geben lediglich zehn Pfund an die Überlebenden, wenn sie in den Hotels ankommen... einen Zehner", sagte sie.

"Es gibt so viel Geld, das diese unglaublichen Helfer in den Fond werfen - aber wir haben keinen Zugriff." Sie fügte noch hinzu: "Und keiner sagt uns, wo es ist."

Politiker üben heftige Kritik an dieser Vorgehensweise

Die Tory-Abgeordnete Sarah Wollaston sagte, sie sei "angeekelt" angesichts dieser Offenbarung.

"Die Menschen haben ihr Geld in der Hoffnung gegeben, dass es genutzt wird, um schnelle Hilfe zu leisten", sagte sie. Und fügte hinzu: "Jetzt zu hören, dass diese Menschen nur zehn Pfund bekommen haben... ich bin entsetzt."

Labour-Mitglied David Lammy bezeichnete diese Behandlung der Opfer als Skandal und Schandtat.

"Familien wurden nicht gut genug unterstützt"

Am Samstag hat sich Theresa May mit Überlebenden in der Downing Street getroffen - nachdem sie dafür kritisiert wurde, die Opfer nicht direkt nach dem Ausbruch besucht zu haben.

Nach dem Treffen veröffentlichte sie ein Statement: "Ehrlich gesagt wurden die Familien, die Hilfe oder einfache Informationen benötigt hätten, in den Stunden nach dem Desaster nicht gut genug unterstützt."

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost UK und wurde von Bettina Pohl aus dem Englischen übersetzt.

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(jg)

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