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17/06/2017 12:43 CEST

"Sie wollen Polizisten sterben sehen": Linksextreme randalieren in Berlin

dpa
Unbekannte haben die Rigaer Straße vollkommen verwüstet

  • Unbekannte haben in der Rigaer Straße in Berlin in der Nacht auf Samstag die Konfrontation mit der Polizei gesucht

  • Die Angreifer zündeten Autos an und warfen mit Pflastersteine

  • Eine Person wurde verhaftet, mehrere Tatverdächtige konnten unerkannt fliehen

Brennende Autos, fliegende Pflastersteine und eine verletzte Polizistin: Medienberichten zufolge ist es gegen Mitternacht in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain zu Auseinandersetzungen gekommen.

Zunächst ist noch unklar, wer die Aggressoren waren, die die Konfrontation ausgelöst hatten. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um Linksextreme handelt, da die Angreifer szenetypisch schwarz vermummt auftraten. Die Gegend um die Rigaer Straße gilt als linksautonomer Problembezirk.

Die Unbekannten verwüsteten die gesamte Straße. Aus zerstörten Autos und anderen Materialien errichteten sie Barrikaden, die sie in Brand steckten.

Zuletzt war es vor drei Wochen in der Rigaer Straße zu Konflikten gekommen.

Der Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, erhebt in der "BZ" schwere Vorwürfe gegen die Politik. "Der Staat muss langsam mal anfangen, die praktische Immunität dieser Straftäter aufzuheben. Das sind keine Kiezromantiker, sie wollen Polizisten sterben sehen", sagte Jendro.

Eine Polizistin wurde leicht verletzt

Ein Sprecher der Polizei sagte der "Welt", dass die Angreifer Flaschen und Böller geworfen hatten.

"Eine Polizistin wurde leicht verletzt“, sagte der Sprecher. Sie sei von einem Feuerwerkskörper getroffen worden.

Die Feuerwehr konnte die Brände weitestgehend noch in der Nacht eindämmen. Ob es weitere Verletzte gibt, ist bislang unklar.

In der Nacht war es lediglich zu einer Verhaftung gekommen. Die restlichen Angreifer konnten trotz Einsatz von Hubschraubern, die mit Scheinwerfern die Gegend absuchten, unerkannt flüchten.

Die Meinungen zu den Vorkommnissen in der Rigaer Straße sind gespalten.

Ein Twitter-User, der sich seinem Nutzernamen zufolge mit der Davidswache in Hamburg solidarisch zeigt, kritisiert den aktuellen Vorfall scharf.

"Was unternimmt #r2g gegen den Straßenterror? Lasst Eure Polizisten dort nicht verrecken. Tut was!", kommentiert er und ruft die Politik so zum Handeln auf.

Mehr zum Thema: Linke Gewalt: Ursache und Wirkung

Auch andere kritisieren die fehlende Unterstützung der Politik. "Arme Polizei: Mit 0 Rückhalt vom Senat müssen sie sich mit den arbeitsscheuen Genossen der #Rigaer herumschlagen."

Es finden sich jedoch auch Stimmen, die sich mit den Angreifern solidarisch zeigen.

"#Rigaer #berlin das ist doch das, wo die polizei im auftrag von Bonzen Menschen aus ihrem zuhause rausschmeissen wollen ... oder?", kommentiert ein User und bezieht sich so auf die ursprüngliche Idee der Hausbesetzer.

Rigaer Straße: Ein Brennpunkt

Damals hatte die Besetzung von Häusern als Protest gegen Gentrifizierung dienen sollen.

Gentrifizierung beschreibt einen städtischen Wandlungsprozess, in dem zahlungskräftigere Mieter die Mieten in Wohnvierteln so stark erhöhen, dass die ursprünglichen Anwohner aus dem Viertel verdrängt werden.

Heute, so scheint es, verfolgen die Angreifer keine politische Agenda mehr, sondern sind lediglich darauf aus, Konflikte auszutragen und Sachschäden zu verursachen.

Bereits Mitte 2016 hatten Auseinandersetzungen in der Rigaer Straße Diskussionen um die Sicherheit von Polizisten und die linksradikale Szene ausgelöst.

Auch da war es zu Ausschreitungen in der Straße gekommen. Bei Krawallen mit Linksradikalen waren damals über 100 Polizisten verletzt worden.

Die Randalierer hatten damals angekündigt bei jedem Polizeibesuch einen Millionenschaden verursachen zu wollen.

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(lp)

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