NACHRICHTEN
17/06/2017 01:34 CEST | Aktualisiert 17/06/2017 06:19 CEST

Als wohltätige Spenden getarnt: Trumps Firma schickte trotz Embargo Geld nach Kuba

JOSE CARUCI via Getty Images
Diesen Freitag verkündete Trump seine neue Kuba-Politik in Maiami.

  • Eine Firma unter der Kontrolle von Donald Trump ließ 1998 Geld nach Kuba fließen

  • Die Trump-Mitarbeiter heuerten externe Berater an, um die Aktion zu verschleiern

  • Die Berater halfen mit, die Gelder als wohltätige Spenden zu kaschieren

  • Experten sagen, damit verstieß man damals gegen das US-Embargo gegen Kuba

Donald Trump predigt Härte gegenüber Kuba. In einer Rede in Miami kritisierte er Obamas Annäherungskurs der vergangenen Jahre scharf, kündigte an, Vereinbarungen mit Havanna wieder aufzulösen.

Dabei machte der "Deal-Maker" Trump in der Vergangenheit selbst geheime Geschäfte mit Kuba. So berichtet das Nachrichtenmagazin "Newsweek", die durch ihn kontrollierte Firma "Trump Hotels & Casino Resorts" habe trotz des Handelsembargos in Kuba investiert. Und das zu einer Zeit, als der Kommunist Fidel Castro noch an der Macht war.

So habe das Trump-Unternehmen im Jahr 1998 über 68.000 US-Dollar für die Expansion nach Kuba aufgewendet, schreibt "Newsweek".

Berater bringen das Geld nach Kuba

Das Pikante: Die Firma umging offenbar das durch die USA gegen den sozialistischen Staat ausgesprochene Handelsembargo. Damit das Ganze nicht aufflog, hätten Trumps Mitarbeiter das Geld über die Beratungsfirma "Seven Arrows Investment and Development Corp." umgeleitet. Trump habe davon gewusst und das Vorgehen gebilligt.

Mit dem Geld seien die Berater dann auf die Tropeninsel gereist und hätten die Reise als Spesen der Firma "Trump Hotels & Casino Resorts" in Rechnung gestellt. Zudem hätten die Berater den Trump-Leuten dabei geholfen, die Gelder als legale Wohltätigkeitsausgaben zu tarnen.

Trumps Berater umgingen das Kuba-Embargo

Denn damals galten für Amerikaner im Umgang mit Kuba noch viel strengere Regeln als heute. Nur ganz wenigen, etwa Entwicklungshelfern, war es erlaubt, auf die Tropeninsel zu reisen.

Nur wer eine Bewilligung der US-Regierung hatte, durfte gehen. Weder Amerikaner noch Firmen mit Sitz in den USA durften Geld in Kuba ausgeben. Experten sagten zu "Newsweek", dass die von Trumps Firma angeheuerten Berater wohl gegen damals gültige US-Gesetze verstießen.

Donald Trump habe von dem Treiben gewusst, aber tunlichst vermieden, dass es an die Öffentlichkeit kommt. Im selben Jahr habe er sich sogar dazu hinreißen lassen, Exil-Kubanern zu versprechen, er und seine Firmen werden nie in Kuba Geld ausgeben.

Zudem habe er ihnen zugesichert, er werde sich dafür einsetzen, dass das Kuba-Embargo weiterhin in Kraft bleibt.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lp)

Sponsored by Trentino