Wirre Twittertirade: Donald Trump bestätigt Ermittlungen gegen sich

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DONALD TRUMP
Wegen Entlassung des FBI-Direktors: Donald Trump bestätigt Ermittlungen gegen sich | Kevin Lamarque / Reuters
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Donald Trump leidet unter Verfolgungswahn. Anders lassen sich die absurden Eruptionen des US-Präsidenten auf Twitter nicht erklären.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass gegen Trump wegen möglicher Behinderungen der Justiz ermittelt wird. Trump rastete daraufhin auf Twitter aus, sprach von einer "Hexenjagd" auf ihn und ging aus dem Nichts heraus mit wirren Anschuldigungen auf seine Wahlkampfkonkurrentin Hillary Clinton los: "Die korrupte H zerstört Telefone mit dem Hammer, lässt E-Mails verschwinden und ihren Mann mit dem Staatsanwalt sprechen, kurz bevor sie freigesprochen wird - und sie reden über Behinderungen der Justiz?"

Am Freitag bestätigte Trump dann freiheraus die Ermittlungen gegen ihn. "Der Mann, der mir gesagt hat, dass ich den FBI-Direktor feuern soll, ermittelt gegen mich, weil ich den FBI-Direktor gefeuert habe! Hexenjagd".

Trump verliert die Fassung

Seine Aussage zielte offensichtlich auf den stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein ab.

Es blieb unklar, ob Trump sich mit seinem Tweet auf Medienberichte bezog oder ob er vom Justizministerium oder von Sonderermittler Robert Mueller direkt über eine Ermittlung gegen ihn informiert worden ist.

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Klar ist, dass Trump langsam die Fassung verliert. Je näher ihm die Ermittler in der Russland-Affäre kommen, desto brachialer bricht es aus dem US-Präsidenten auf Twitter heraus. Alleine am Freitag lieferte Trump wieder drei Beispiele dafür:

► "Seit sieben Monaten gibt es Ermittlungen, Anhörungen über meine Russland-Verbindungen - keiner hat bisher Beweise gezeigt. Traurig!"

► "Die Fake News Medien hassen es, dass ich die sehr mächtigen sozialen Medien nutze - über 100 Millionen Menschen. Ich kann sie umgehen."

► "Trotz der Hexenjagd in Amerikam, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen sind super. Regulierungen wurden abgeschafft, Jobs und Enthusiasmus sind zurück!"

Trumps Twittersucht wird für ihn zum Problem

Trump kann die Finger nicht von seinem Smartphone und der Twitter-App lassen. Und das ist für ihn ein Riesenproblem.

Sein Tweet über Rosenstein ist nur ein Beweis dafür: Comeys Entlassung stützte Trump zunächst auf ein Memo, in dem Rosenstein ihm die Entlassung Comeys nahegelegt hatte. Später räumte der Präsident dann ein, dass er bei dem Rauswurf die Russland-Ermittlung des FBI mit im Sinn hatte.

Auch als Gerichte Trumps Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern einkassierten, schoss sich der US-Präsident ins eigene Knie: Auf Twitter bezeichnete er die Regelungen als "Travel Ban" (Einreisebann) - und spielte so den Gerichten in die Hände, die genau deswegen das Gesetz verboten.

Selbst Trumps eigene Mitarbeiter verzweifeln an seinen wirren Twittertiraden. Ein Beamter der US-Regierung sagte der Nachrichtenseite "The Daily Beast": "Haltet ihn von Twitter fern. Gott im Himmel, haltet ihn von Twitter fern."

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