AfD-Sprecher will gegen Ausländer hetzen - doch er übersieht das entscheidende Detail

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  • In Thüringen hat ein Familienvater auf seine drei Kinder eingestochen
  • AfD-Pressesprecher Christian Lüth reagiert darauf mit einem geschmacklosen Tweet

Es ist eine Bluttat, die ein ganzes Dorf in Atem hält. In Altenfeld im Süden Thüringens hat ein Vater am Donnerstag zwei seiner Kinder erstochen, ein drittes lebensgefährlich verletzt.

"Wir sind alle tief betroffen und fix und fertig", sagte Bürgermeister Peter Grimm der Deutschen Presse-Agentur. Die Mutter der Kinder sei im Ort aufgewachsen und erst vor wenigen Monaten mit Mann und Kindern zurückgekehrt.

Es ist ein Familiendrama, das zutiefst betroffen macht. Leider enden immer wieder Beziehungsstreitigkeiten tödlich. Deshalb ist die gesellschaftliche Relevanz nicht kleinzureden.

Doch das, was den AfD-Pressesprecher Christian Lüth an dem Familienmord zu interessieren scheint, zeigt, in welcher abstrusen Gedankenwelt er lebt: "Mal sehen, wann die Herkunft dieses Mörders bekannt gegeben wird.... Zwei Kinder in Altenfeld getötet #AfD", schreibt Lüth auf Twitter.

Lüths peinlicher Fauxpas

Eine Bluttat für populistische Propaganda zu missbrauchen ist einfach nur widerlich. Immer wieder versucht die AfD, Straftaten für ihre rechten Ansichten zu instrumentalisieren - sei es der Terroranschlag von Berlin oder das Attentat in München.

Für Lüth besonders peinlich: Seine Anspielung darauf, dass solch schrecklichen Dramen nicht in deutschen Familien stattfinden würden, lässt sich nicht halten. Die Familie aus Thüringen hat deutsche Wurzeln.

Besser in Zukunft noch einmal nachdenken, kräftig durchatmen und eine Tasse Beruhigungstee trinken - bevor man wieder mit der Maus ausrutscht.

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(mf)