Dieses Kleidungsstück wird den Untergang der modernen Männermode einläuten

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HOLOGRAM
Hologram City
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Die Mode für Männer hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar einem gewissen Wandel unterzogen, an der grundsätzlichen Kombination aus Hemd und Hose änderte dies allerdings nichts.

Die Cordhosen mit Schlag wurden von Blue-Jeans mit Löchern abgelöst. Die wiederum von superweiten Baggy-Pants und später dann von neumodischen Chinos mitsamt pseudo-coolen Hosenträgern.

Selbst die schlimme, aber immerhin kurze In-Zeit der Adidas-Trainingshosen war zwar modisch fragwürdig, aber am Fundament der maskulinen Hose-Hemd-Kombi konnten auch sie nicht rütteln.

Die modische Total-Entgleisung

Was nun allerdings vom amerikanischen Mode-Label "Hologram City“ auf den Markt geworfen wurde, könnte das ohnehin schon marode gewordene Fundament der Männermode völlig zum Einsturz bringen.

Die Rede ist von sogenannten Romper, einem quasi kurzen Hemd-Hose-Einteiler aus Baumwolle. Gehalten in so männlichen Farben wie Pfirsich-Orange, Blass-blau oder Elfenbein-weiß.

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Nein, nein, nein! Credit: Hologram City

Einteiler? Richtig gelesen: Die Anzüge sollen ein perfektes Sommer-Outfit für den modernen Mann darstellen, wie die Seite verspricht. Ob Pool-Party, ein Abend am Strand oder ein fancy Tischtennis-Match mit den Kumpels - in den Einteilern macht der Mann von Heute stets eine formidable Figur.

Der Höhepunkt dieser modischen Total-Entgleisung ist allerdings der Einteiler in Spitze. Ja, Spitze! Das ist das, was die Frau oder Freundin normalerweise so trägt.

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Credit: Hologram City

Das Mode-Label versichert jedoch ganz selbstbewusst, dass die hippen Einteiler (es gibt sie in den männlichen Pastell-Farben grün, lila, gelb, blau und..festhalten: Pink), die perfekte Sommermode für heiße Tage abgeben.

Eine tragische Transformation

Natürlich, Zeitgeschmäcker kamen und gingen, stets stark beeinflusst vom jeweiligen, meist von Frauen festgelegten Männer-Ideal. So avancierte schleichend der in Denim gehüllte, verwegene und nach Bier und Kippen riechende Räuber Hotzenplotz, immer mehr zum verweichlichten metrosexuellen Kosmopoliten in Bootsschuhen und Burberry-Jäckchen.

Der einstige Rohdiamant Mann wurde von der Modeindustrie solange geschliffen, bis es zum Schleifen eigentlich gar nichts mehr gab. Einzig der Vollbart blieb erhalten - eine Erinnerung an alte Zeiten, wo der Bart nur ein Zeichen dafür war, nicht genügend Geld für eine Rasur zu besitzen. Heute ist das eben Vintage oder Retro.

Das Resultat dieser tragischen Transformation: Männer, die vor lauter "Schliff“ schon gar nicht mehr zu wissen scheinen, welche Rolle sie überhaupt noch in dieser Welt einnehmen sollen.

Ist Männlichkeit bald nur noch ein Relikt?

Doch die Frage stellt sich, was mit derartiger Mode nun kommuniziert wird. Ist das Mann-Sein nur noch ein Relikt alter Tage? Ist das offene Bekenntnis zu ölverschmierten Händen, schwerem Denim und Holzfällerhemden bald etwas, für das sich Mann rechtfertigen oder schämen muss, weil es nicht in die Vorstellungen einer aufoktroyierten "neuen Männlichkeit“ passt?

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Gerade heute, wo mehr denn je über sexuelle Selbstbestimmung diskutiert wird, müssen auch Männer endlich wieder den Mumm besitzen, sich über Weichspül-Trends wie diesen hinwegzusetzen.

Sie müssen ausbrechen, Tacheles reden und zu dem stehen, was sie letztlich ausmacht. Das kann gerne weiterhin Definitionssache sein - und es kann auch gerne darüber gestritten werden.

Doch eines sollte immer klar sein: Spitzenhöschen und Einteiler sind es nicht.

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(ujo)

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