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16/06/2017 12:54 CEST | Aktualisiert 16/06/2017 12:54 CEST

Junge stirbt Tage nach Badevorfall: Was ihr über sekundäres Ertrinken wissen solltet

AleksandarNakic via Getty Images
Kleinkinder können auch noch Tage, nachdem sie Wasser eingeatmet haben, ertrinken

Ein vierjähriger Junge spielt am Meer, dann erfasst ihn eine Welle. Sie ist gerade so hoch, dass Frankie kurz mit dem Kopf unter Wasser ist.

Die Eltern denken sich bei dem Vorfall nichts Schlimmes. Denn ihr Junge spielt danach den ganzen Tag weiter. Er soll selbst gesagt haben, es gehe ihm gut.

Doch eine Woche später ist der Vierjährige tot. Wegen dieser Welle.

Eltern erkennen Symptome nicht - und so erstickt ihr Kind über Tage

Über die Geschichte aus Texas City berichten bereits verschiedene US-Medien. Und auch in Deutschland sollten Eltern diese heimtückische Todesursache bei Kindern kennen. Denn die Gefahr des "sekundären Ertrinkens" ist nicht zu unterschätzen.

Frankies Eltern kannten die Gefahr nicht - und haben vermutlich deshalb die Symptome falsch eingeschätzt. Denn es gab Hinweise, dass der Vorfall am Strand Folgen haben könnte.

So musste sich Frankie in der Nacht nach dem Badevorfall übergeben, auch hatte er Durchfall. Seine Eltern vermuteten einen Magen-Darm-Infekt, wie er ihn schon Wochen zuvor hatte.

Aber wenige Tage später verschlechterte sich der Zustand: Frankie wachte nachts auf, hatte Schmerzen in der Schulter. "Er sah mich an, und seine Augen rollten nach hinten. Er atmete tief ein, ohne auszuatmen", erzählt der Vater dem US-Sender CNN.

Er lies sein Kind ins Krankenhaus bringen. Dort starb Frankie. Die Ärzte vermuten "sekundäres Ertrinken" als Todesursache.

Sekundäres Ertrinken ist heimtückisch

Es ist eine heimtückische Gefahr: Zwar wirkt das Kind nach dem Badeunfall normal, es kann aber sogar noch Tage nach dem Badeunfall sterben.

Denn das Kind hat unbemerkt Wasser eingeatmet. Dieses sammelt sich in der Lunge - mit möglicherweise tödlichen Folgen.

"Das Einatmen von Flüssigkeiten führt unter anderem durch Entzündungsreaktionen und Ödemen in der Lunge und zu Störungen des Gasaustauschs, die ohne Behandlung in wenigen Stunden durch immer größeren Sauerstoffmangel zum Tod führen können“, warnte Ulrich Nentwich, ehemaliger Leiter der Kinderklinik Zwickau.

Denn: Je jünger die Kinder sind, desto kleiner sind auch ihre Lungen und desto geringer kann eine tödliche Menge Wasser in der Lunge sein.

Deshalb muss sekundäres Ertrinken so schnell wie möglich behandelt werden. Ähnlich wie beim sogenannten trockenem Ertrinken.

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Trockenes Ertrinken ist eine weitere Gefahr

Von trockenem Ertrinken sprechen Mediziner, wenn bei einem Badeunfall kein Wasser in die Lunge gelangt ist, jedoch in die Atemwege.

Dort erzeuge das Wasser Krämpfe, die zu Atemproblemen und sogar zu Erstickung führen können, erklärte der Kindernotarzt Mark Zonfrillo vom Children's Hospital in Philadelphia.

Diese Symptome müssen Eltern kennen

Eltern sollten daher ihre Kinder genau beobachten, wenn der Kopf unter Wasser war. Hinweise auf sekundäres Ertrinken sowie trockenes Ertrinken geben Experten zufolge diese Symptome:

  • wiederholtes Husten
  • Brustschmerzen
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • starke Müdigkeit

"Beginnt ein Kind nach einem Badeunfall – obwohl es eine Phase ohne Beschwerden hatte – erneut wieder zu husten, atmet ungewöhnlich schnell, wirkt teilnahmslos oder anders als sonst, oder es verfärben sich die Lippen, dann sollte es umgehend in eine kinderärztliche Notfallaufnahme", sagte Nentwich.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

(ll)

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