Kurz vor dem Parteitag - eine neue Umfrage muss die Grünen alarmieren

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Katrin-Göring Eckardt und Cem Özdemir führen die Grünen in den Wahlkampf | getty
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Für die Grünen geht es derzeit in den Umfragen vor allem in eine Richtung: bergab.

Ausnahmen, wie das gute Abschneiden bei der Wahl in Schleswig-Holstein, bestätigen die Regel.

In diese Tendenz passt auch der aktuelle "DeutschlandTrend des ARD-Morgenmagazins". Das alarmierende Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen hält die Grünen heute für nicht mehr so wichtig.

Niederschmetternde Zahlen

57 Prozent der Bürger denken, dass die Grünen in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig sind. Der Grund: Weil sich auch die anderen Parteien um Umwelt- und Klimaschutz kümmern.

Jeder Dritte (32 Prozent) meint, dass die Partei vorschreiben will, wie man zu leben hat. Nur 16 Prozent sind der Meinung, dass die Grünen überzeugendes Führungspersonal haben.

Laut dem Deutschlandtrend würden aktuell sieben Prozent der Deutschen Grün wählen.

Kurz vor dem Parteitag der Grünen in Berlin sind das niederschmetternde Zahlen.

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Die Grünen stimmen von diesem Freitag an drei Tage lang über ihr Programm für die Bundestagswahl im Herbst ab. Zu Beginn stehen bei dem Bundesparteitag in Berlin Debatten und Beschlüsse zur Einleitung und zu Umwelt- und Agrarthemen auf dem Programm. Parteichef und Spitzenkandidat Cem Özdemir hält die Hauptrede vor den rund 850 Delegierten.

Kommt bei den Grünen der Linksruck?

Der Parteitag dürfte zeigen, ob sie dem realpolischen Kurs Özdemirs und seiner Co-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt folgen. Es gab rund 2200 Änderungsanträge.

Als Gastredner ist für Freitag der niederländische GroenLinks-Vorsitzende Jesse Klaver eingeladen, der bei der Parlamentswahl im März ein sehr gutes Ergebnis eingefahren hatte.

Beim vorigen Bundesparteitag der Grünen in Münster hatten die Delegierten teils überraschende, politisch linke Beschlüsse getroffen, etwa die Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen. Seitdem hat die Basis in einer Urwahl zwei Spitzenkandidaten vom realpolitischen Flügel gewählt.

Im Vorfeld des Parteitags hatte es Kritik an einem Zehn-Punkte-Plan der beiden gegeben, in dem Teile der Basis konkrete Jahreszahlen und Forderungen wie eine Vermögensteuer vermissen. Der Plan steht allerdings erst am Sonntag zur Abstimmung, er wird von vielen Prominenten beider Parteiflügel mitgetragen.

Mit Material der dpa

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