"Helmut war ein Fels": Die Welt reagiert auf den Tod von Helmut Kohl

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"Ein großer Europäer ist von uns gegangen": Die Welt reagiert auf den Tod von Helmut Kohl | Getty
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Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ist gestorben - und die Welt zollt ihm Respekt.

Angela Merkel ließ über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert ihre Trauer über den Tod Kohls ausdrücken.

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz drückte ebenfalls seine Trauer aus. "Helmut Kohls Vision von einem europäischen Deutschland, die diesen großen Staatsmann bei der Wiedervereinigung genauso leitete wie beim Vertrag von Maastricht, ist ein Vermächtnis an die deutsche Nation und ganz Europa."

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat den gestorbenen Altkanzler als "Persönlichkeit von historischer Größe" gewürdigt. Kohl habe "entscheidend zu den glücklichsten Zeiten beigetragen, die wir Deutschen je hatten", erklärte Lammert am Freitag. "Wir werden ihm das nie vergessen. Sein Vermächtnis, ein weltweit geachtetes Deutschland in einem friedlich geeinten Europa, bleibt die Richtschnur unseres Handelns und ist Auftrag für alle künftigen Generationen."

EU-Kommissionspräsident Juncker bestürzt über Kohls Tod

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte: "Ich bin in großer Trauer über den Tod von Helmut Kohl, meinem engen Freund." Der Tod Kohls schmerze ihn sehr. "Mein Mentor, mein Freund, die wahre Essenz Europas, er wird sehr, sehr vermisst werden."

Juncker ließ vor dem EU-Kommissionsgebäude die Fahnen auf Halbmast wehen.

"Es ist ein wirklich großer Deutscher und vor allem ein großer Europäer gestorben", sagte Außenminister Sigmar Gabriel.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete Kohl als "Meister des vereinigten Deutschlands und der deutsch-französischen Freundschaft". Er schrieb: "Mit Helmut Kohl verlieren wir einen sehr großen Europäer."

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush würdigte Kohl als "wahren Freund der Freiheit". "Helmut war ein Fels", schrieb Bush. "Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro am Freitag verbreitete. Bush war einer der US-Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weißen Haus waren. Beide Politiker gelten als Väter der Deutschen Einheit.

Özdemir über Kohl: "Ein großer Europäer ist von uns gegangen"

Der ehemalige "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann verkündete kurz nach der Meldung über Kohls Tod auf Twitter: "Danke! Für die deutsche Einheit. Für Europa. Für so unglaublich viel... Helmut Kohl (1930-2017) - Ruhe in Frieden!"

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte im Rahmen der Bundesdelegiertenkonferenz seiner Partei: "Ein großer Europäer ist von uns gegangen."

Katja Kipping, Vorsitzende der Linken, twitterte ein Zitat Kohls: "Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht."

Jeremy Cliffe, Berline Büro-Chef des Wirtschaftsmagazins "The Economist", postete bei Twitter ein ikonisches Foto Kohls vor dem Brandenburger Tor.

CDU zu Kohls Tod: "Wir trauern"

Kohls eigene Partei, die CDU, reagierte mit einem kurzen Statement auf Twitter auf Kohls Tod: "Wir trauern". Kohl war von 1973 bis 1998 war CDU-Bundesvorsitzender gewesen. Von 1982 bis 1998 war er Bundeskanzler.

SPD-Politiker Ralf Stegner lobte Helmut Kohls Lebensleistung: "Helmut Kohl war ein engagierter Europäer, der sich Verdienste bei deutscher Einheit erwarb. Deshalb bei allen großen Differenzen: Chapeau!"

FDP-Chef Christian Lindner schrieb zu Kohls Tod: "Helmut Kohl war Kanzler der Einheit & leidenschaftlicher Europäer. Er hat eine Generation politisch geprägt. Wir verneigen uns vor ihm."


Mit Material der dpa

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