Thomas Oppermann warnt vor Propaganda-Portal "RT Deutsch"

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SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann | Thomas Trutschel via Getty Images
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SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnt im Bundestagswahlkampf vor dem Propaganda-Portal "RT Deutsch", dem hiesigen Ableger von "Russia Today". "'Russia Today' sendet auf Facebook rein optisch in der Form klassischer Nachrichtensender, aber bietet kaum anderes als einseitig russische Propaganda."

Oppermann fordert, dass im Wahlkampf Fehlinformationen schnell identifiziert und richtiggestellt werden.

Der SPD-Politiker reagiert damit auf eine Studie der TU München, wonach "RT Deutsch" auf Facebook so erfolgreich wie kein anderes Medienhaus hierzulande Nutzer mobilisiert.

"RT" auch bei den Nutzerkommentaren vorne

Leser haben die Beiträge und Kommentare bei "RT Deutsch" seit dem Start vor zweieinhalb Jahren mehr als 5,4 Millionen Mal mit „Gefällt mir“ oder anderen Reaktionen markiert.

Die ARD etwa bringe es mit 1,7 Millionen nur auf ein Drittel der Nutzerreaktionen, die "Süddeutsche Zeitung" mit 1,4 Millionen Reaktionen gar nur auf ein Viertel. Die Untersuchung liegt der "WirtschaftsWoche" vor.

Mehr zum Thema: So versuchte die russische Propaganda, die Stimmung in Deutschland nach dem Syrien-Angriff zu vergiften

Einen deutlichen Vorsprung haben die Russen laut Untersuchung auch bei der Zahl der Nutzerkommentare.

Ex-RT-Journalistin packt aus

Die "SZ" kam auf 194.000 Kommentare, die ARD auf 352.522. "RT Deutsch" hingegen auf 696.733, also mehr als "SZ" und ARD zusammen.

Seit November 2014 bedient der vom russischen Staat finanzierte Fernsehsender RT, einst "Russia Today", mit dem Webportal "RT Deutsch" auch den deutschen Medienmarkt. Seither sorgt das Portal immer wieder für Kontroversen, das sich selbst als "Gegenöffentlichkeit" zu den "Mainstreammedien" betrachtet.

Besonders in der Flüchtlingskrise geriet "RT Deutsch" in die Kritik.

Der Sender bediene ein Publikum aus Rechten und Verschwörungstheoretikern, die durch die Berichterstattung in ihrer Meinung bestätigt würden, kritisierte eine frühere RT-Redakteurin im Frühjahr 2016. Besonders die Interviews mit Eva Hermann und Christoph Hörstel, konnten bei "RT Deutsch" rechtspopulistische Meinungen ohne Gegenrede verbreiten, klagte sie.

"RT" hätte das Bild einer "Flüchtlingswelle" verbreitet, "die installiert wurde, um Deutschland zu vernichten".

AfD-Vizechef: "Andere müssen sich mehr anstrengen"

Zuletzt sorgte "RT" mit der These für Aufsehen, dass der schwere Giftgasangriff in Syrien im April bei dem auch viele Kinder getötet wurden, nicht von Assad ausgegangen sei, sondern von den Rebellen. Dabei spricht alles dafür, dass es tatsächlich der syrische Diktator Assad war.

AfD-Vizechef Alexander Gauland sieht in all dem kein Problem. Der "WiWo" sagte er in Hinblick auf den Erfolg von "RT Deutsch": "Dann müssen sich die anderen eben mehr anstrengen."

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