Vorsitzender des Zentralrats der Muslime: "Unsere Moscheen sind nicht mehr sicher"

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MOSQUE GERMANY
Immer wieder sind deutsche Moscheen das Ziel von Angriffen. | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagt, in Deutschland werde zu wenig gegen rechtsextreme Gewalt getan
  • Moscheen und Muslime seien viel zu oft das Ziel solcher Angriffe
  • Dabei gäbe es ein einfaches Mittel, um gerade Ersttäter abzuschrecken

Unbekannte warfen Ende April im südbadischen Weil am Rhein Molotowcocktails. Ihr Ziel: eine Moschee. Die Flammen griffen glücklicherweise nicht auf das Gebäude über, verletzt wurde niemand.

Doch der Vorfall zeigt exemplarisch: Immer wieder gibt es Angriffe auf Moscheen und Muslime. Jetzt sagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, die Lage werde immer schlimmer.

"Unsere Moscheen sind nicht mehr sicher angesichts der zunehmenden Zahl der Anschläge, beinahe jede Woche gibt es neue Moscheeübergriffe“, beklagte er gegenüber der "Rheinischen Post“.

Meist sind Rechtsextreme die Täter

In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden mehr als 200 islamfeindliche Übergriffe in Deutschland angezeigt, berichtet die "Welt". Die Täter sind meist Rechtsextreme, die Muslime wegen ihrer Religion beleidigen und angreifen. Auch zu Sachbeschädigungen von muslimischen Einrichtungen komme es immer wieder, schreibt die Zeitung.

Doch der Ruf nach mehr Polizeischutz verhallte meist ungehört, was auch Mazyek kritisiert: "Das verstärkt das Gefühl, Religion zweiter Klasse zu sein.“

Mehr Kontrollen als Mittel gegen Angriffe von Rechts

"Eine Mehrheit der Anschläge mit rechtsradikalem Hintergrund wird von Ersttätern verübt", sagte Mazyek zur Rheinischen Post. "Die haben keine lange kriminelle Vergangenheit, sondern handeln aus Wut und meist spontan heraus."

Durch Polizeistreifen vor Moscheen ließen sich diese Rechtsextremen eigentlich gut abschrecken, argumentiert Mazyek. Doch Forderungen seitens der Muslime an die Polizei nach mehr Kontrollgängen fänden schlicht keinen Widerhall.

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(jg)

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